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Du brauchst das Schlechte, um alles Gute erkennen zu können. Dann kannst Du süchtig danach werden und Deine Genusssucht bewusst lieben lernen. Dafür muss der jeweilige Entzug existieren.

Befriedigung von Süchten ist kein Zustand, sondern ein vergänglicher Rausch. Jedem Genuss folgt ein Streben nach neuem Genuss. Jedem Unbefriedigtsein folgt ein Streben nach neuer Befriedigung. Genuss kann eine Sucht oder erlöster Genuss in der Vollständigkeit der Liebe sein.

Süchte sind ein Weg zur inneren Freiheit der Liebe, die die Unfreiheit und die Abhängigkeit zu ihrer Erkenntnis braucht. Jede Intensität, jedes Extrem hat dabei seine eigene Bedeutung. Extreme sind der bewusste Weg zur Mitte, Süchte der Weg zur Freiheit. Der Mensch kann in seinen Süchten nicht ankommen, aber in der Liebe selbst, die auch jede (Sehn-) Sucht ist.

Sexualität, die sich im bewussten Verständnis Eurer seelischen Vereinigung erfährt, führt in neue Dimensionen. Es ist der bewusste Weg der Liebe in-allem-was-ist. Es ist bewusstes Sein. Christus-Bewusst-Sein.

Solange Du Dich nur bemühst etwas zu sein, etwa gut im Bett zu sein oder gut in der Partnerschaft oder im Beruf, zu sein, dann schenkst Du Dein k(r)ampfhaftes Bemühen, nicht aber Dein wahres Sein. Liebe es wahrhaftig zu sein, weil Du Dich selber bewusst schlecht und fehlerhaft erfahren hast. Ehre Dich dafür. Dein wahres Sein ist Stolz und Peinlichkeit, Scham und Schamlosigkeit, Angst und Freude in einem. Es ist ALL-EINS-SEIN.

Werbung dient dazu, etwas erreichen zu wollen, sie (ihn) zu erreichen und dadurch erfolgreich sein zu wollen in unserem Wollen (Begehren). Wer andere erreichen will, der wird sich eines Tages erst einmal selbst erreichen müssen, sein wahres Selbst finden müssen. Dann kannst Du Dein Gegenüber auch auf einer ganz anderen Ebene erreichen. Auf der Ebene der Liebe selbst, die um die Bedeutung der Seele und des höheren Selbst weiß. Die Liebe weiß, weil sie die Weisheit selber ist.

Zwang

Sich zu bewerben und um die Liebe eines anderen zu buhlen trägt immer das Risiko der Absage in sich. So soll es sein. Wahre Stärke verbirgt sich im liebevollen Umgang mit der Absage. Deshalb wird sich aber die Absage niemals schön anfühlen, wenn Du Dich in Wahrheit nach der Zusage sehnst. Redet unschöne Gefühle nicht schön. Saure Sahne darf sauer sein. Sie kann nicht süß schmecken und muss es in ihrer Gegensätzlichkeit auch nicht.

Der Zwang zum Positiven ist das Gegenteil von Freiheit. Süß und Sauer will wahr SEIN. Gewahrsein. Der wahrhaft Mitfühlende hält auch die Absage aus. Mitgefühl hält den Schmerz und die Ohnmacht einer jeden Zurückweisung in sich aus und erlöst den Seelenanteil der Zurückweisung in sich. Der Schatten der Zurückweisung bringt das Licht einer jeden Annahme hervor.

Er hat andere zurückgewiesen. Sie hat andere zurückgewiesen. Er (sie) hat sich selbst immer wieder zurückgewiesen erfahren, um die Zurückweisung zu durchschauen. Sie sind die Zurückweisung selbst und lieben sich auch dann selbst, wenn sie zurückgewiesen werden.

Weitere Beiträge von Klaus Eibach finden Sie hier.

Kommentare  
# Sandra P 2019-01-07 09:39
"Jedem Genuss folgt ein Streben nach neuem Genuss." Das ist das bekannte " nur noch dieses eine Mal". Wie oft ich diesen Spruch bei meiner Mutter gehört habe. RIP.
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