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Meinungen sind Meinungen, die sich dadurch erfahren, dass andere uns mal mehr, mal weniger zustimmen, mal ganz und gar nicht unsere Ansicht teilen. Auch Gefühle werden mal mehr, mal weniger geteilt. Das Geteilte erfährt sich, weil auch das Ungeteilte im Fluss ist.

Wer süchtig nach Zustimmung für seine Sichtweise strebt, der braucht permanent Anerkennung und Lob. Ehrsüchtig strebsame Menschen tun sich schwer mit den Gefühlen, die mit Widerspruch und Kritik einhergehen.

Jeder hat seine Sichtweise, die sich beständig erweitert, bis hin zur vollkommenen Erkenntnis der Leere. In der Leere beginnt die Erkenntnis der Fülle des Bewusstseins in allem, was ist. Aus kosmischer Sicht kann niemand eine andere Sicht haben als die, die er gerade hat. Wer eine andere Sichtweise von anderen erwartet, der erfährt sich in seinem Verlangen statt achtsam jede Sicht zu sein. Achtsam für die Sicht auf das zu sein, was jetzt ist, und was er immer selber, als vollkommener Teil des Ganzen ist. Das Ganze ist in sich vollständig. Das ist die göttliche Harmonie.

Bedingungslose Liebe stellt keine Bedingungen (Erwartungen) an das, was andere denken oder nicht. Sie ist jede Erwartung und jede Erwartungslosigkeit. Bedingungslose Liebe kennt die Freude an der Existenz der Andersartigkeit, wodurch sich der Unterschied erfahren kann. Wahrer Frieden vereint die Unterschiede in sich selbst. Wie innen so außen. Das ist das innere Gleichgewicht, welches sich im Schatten eines jeden Ungleichgewichts sonnt. Alles ist in Harmonie.

Die Harmoniesucht ist mit der Streitsucht in Harmonie so wie sich die Sucht nach Erfolg ständig neu im Spiegel von Misserfolg erfährt. Wer andere immer wieder erfolgreich überzeugen will, der ist süchtig nach Überzeugung und letztlich will er es sich doch immer wieder selbst beweisen. Dafür braucht er einen Spiegel im Außen, den er von sich und seiner Meinung überzeugen kann. Mal gelingt es, mal nicht. Gelingen und Nichtgelingen erfahren sich ständig neu. Wer beständig den Erfolg für seine Selbstachtung braucht, der ist zutiefst bedürftig (sehnsüchtig) nach den Gefühlen, die mit Achtung einhergehen.

Wer dabei ständig Recht haben und richtig sein will, der braucht die Gefühle von Rechthaberei, Rechtfertigung und Richtigkeit. Solche Menschen lieben es, andere ins Unrecht zu setzen, sich zu beweisen, um selber richtig zu sein. Sie brauchen die Gefühle des Gewinnens. Dazu muss ein anderer verlieren, doch auch der Kompromiss will sich erfahren. Der Gewinner gebraucht den Verlierer. Erkenne den Gewinner, erkenne den Verlierer in Dir. Beides ist ganz und vollständig im Fluss.

Lege fest, was richtig ist, und siehe da, die Falschheit erfährt sich als Spiegelbild der vermeintlich eigenen Richtigkeit. Wie innen so außen.

Der angepasste Typ passt sich den Überzeugungen der anderen lieber an, der Unangepasste mag es lieber zu rebellieren. Er mag die Gefühle der Anpassung nicht. Der Rebell will alles verändern (verbessern), weil er es weiß oft besser (eben anders) weiß, bis er um das NICHTS weiß, wo jede Meinung, die falsche wie die richtige geboren wird.

Jeden Tag erfahren sich Duckmäuser durch Rebellen und Pioniere durch Bedenkenträger. ALLES ist im Fluss. Eines Tages hat der Rebell genug von seinem rebellenhaften Heldentum so wie der Duckmäuser eines Tages genug davon hat, sich zu unterwerfen.

Dann wandeln sie ihre Rollen. Der Wolf kommt aus seinem Schafspelz heraus, weil er die Nase voll hat, das Schaf zu spielen. Plötzlich entdeckt er den Wolf in sich, so wie das schwarze Schaf plötzlich eines Tages lieber ein weißes statt ein schwarzes Schaf sein möchte. Und auch das angepasste weiße Schaf kann sich plötzlich zu einem schwarzen Schaf wandeln. Saulus brauchte Paulus und Paulus brauchte Saulus, um sich in gut und böse zu erkennen. Wer erfahren hat, der weiß.

Sich nach der Meinung der anderen zu richten ist genauso wertvoll wie eine eigene Meinung zu vertreten. Wer die Meinung eines anderen abwertet, der will sich aufwerten. Wer die Meinung eines anderen gering schätzt, der sät Geringschätzung. Wer unbewusst nur seine Meinung achtet, der sät mit seiner Selbstachtung dann auch Missachtung.

Wer die eigene Meinung nicht schätzt, der sät mangelnde Wertschätzung gegenüber sich selbst. Mal sagen wir anderen die Meinung, mal halten wir uns zurück. Dem einen fällt die Zurückhaltung leichter, dem anderen der Angriff. Mal ziehen wir uns zurück, mal schreiten wir voran. Jeder Schritt vorwärts wie auch rückwärts ist im Fluss.

Jeder Schritt, egal ob vorwärts oder rückwärts, angreifend oder verteidigend, ist Teil unseres Weges. Irgendwann erkennen wir, dass jeder Weg seinen Sinn hat, den andere nicht zufällig säumten. Keine Meinung erfährt sich auf diesem Weg zufällig. Wem die Meinung der anderen egal ist, der erfährt sich in Gleichgültigkeit, bis er fühlt, ob es ihm tatsächlich egal ist, was andere denken oder nicht. Fühle, welche Meinung Dir wichtig ist, weil Dein Spiegel in der Liebe wichtig ist. Wichtigkeit ist ein Gefühl, welches sich in der Tiefe absoluter Unwichtigkeit und Bedeutungslosigkeit erfährt. Letztlich ist in seiner Ganzheit alles wichtig, weil alles seine Bedeutung hat. Alles ist im Fluss. TAO

Kommentare  
# Hans-Peter Vagt 2017-03-13 16:24
Go with the flow
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