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Im November war ich beim diesjährigen interdisziplinären Kongress zur Meditations- und Bewusstseinsforschung in Berlin. Neben zahlreichen Beiträgen von Wissenschaftlern aus den Bereichen Psychologie, Neurowissenschaft, Philosophie und Medizin konnten die Kongressteilnehmer in einem Videogespräch den bekannten MBSR-Begründer Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn live erleben.

Er schilderte, wie Achtsamkeit im Zuge der jüngsten Entwicklung zu einem oberflächlichen Boom wurde, der für alles und nichts Verwendung finden möchte – ein Phänomen, das er treffend ‚McMindfulness‘ nannte. Kabat-Zinn pochte auf die Gewahrsamkeit des Herzens, die integraler Bestandteil jeder Achtsamkeitspraxis sein sollte.

„Achtsamkeit ist keine 6-monatige Affäre, sondern eine lebenslange Liebe mit dem Leben selbst.“ (Jon Kabat-Zinn)

 

Besonders spannend fand ich den sogenannten Science Slam, in dem Nachwuchswissenschaftler ihre aktuellen Forschungen rund um das Thema Achtsamkeit und Meditation auf durchaus selbstkritische und humorvolle Weise präsentierten. So konnten die Gäste über intuitives Essen und das Potenzial von Achtsamkeit in der Behandlung von Ess- und Gewichtsstörungen ebenso erfahren wie über die Bedeutung von Achtsamkeit im Spitzensport oder in einem Wiener Schulprogramm.

Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung, die das Thema nicht bloß theoretisch, sondern auch durch sympathische Details lebendig machte: Im Laufe des Kongresses wurden die Teilnehmer durch kurze Meditationen und musikalische Intermezzi immer wieder an eine achtsame Haltung erinnert, was eine stimmungsvolle Atmosphäre heraufbeschwor. Die Beiträge sind als Download verfügbar.

Mit einigen der Referenten, darunter der Psychologin Dr. Britta Hölzel und dem Bewusstseinswissenschaftler Prof. Thilo Hinterberger, konnte ich tiefer ins Gespräch kommen. Dazu erfahrt ihr mehr in den kommenden Ausgaben von Ursache\Wirkung.

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