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Um über Meditation zu schreiben, kann ich nur mehr aus ‚meiner Bibel' rezitieren, aus dem ‚Einbruch in die Freiheit' von Krishnamurti. Dort sagt er: „Meditation verlangt einen erstaunlich wachen Geist.

Meditation ist ein Verstehen des Lebens in seiner Ganzheit, jede Art der Zersplitterung hat in diesem Zustand aufgehört. Meditation ist keine Gedankenkontrolle, denn wenn das Denken kontrolliert wird, erzeugt es im Menschen Konflikte. Aber wenn sie den Ursprung und die Struktur des Denkens verstehen, dann wird sich das Denken nicht mehr einmischen. Dieses Verstehen der Denkstruktur ist an sich Disziplin und das ist Meditation. Meditation ist ein Zustand des Geistes, der auf alles mit vollkommener Aufmerksamkeit schaut, der das Ganze betrachtet und nicht nur Teile. Und niemand kann es sie lehren, achtsam zu sein. Meditation ist eine der größten Lebenskünste, vielleicht die größte, und man kann sie unmöglich von jemandem lernen; darin liegt ihre Schönheit. Sie hat keine Technik und daher keine Autorität. Wenn sie sich selbst beobachten, sich kennenlernen, sich betrachten, wie sie gehen, essen, was sie sagen, das Geschwätz, den Hass, die Eifersucht – wenn sie das alles in sich ohne jede Rangfolge wahrnehmen, ist das Teil der Meditation. Meditation zu verstehen heißt zu lieben, und Liebe ist nicht das Produkt von Systemen, von Gewohnheiten; sie wird nicht durch das Befolgen einer Methode erzeugt. Liebe kann nicht durch Denken entwickelt werden ..." Ich lese diese und viele andere Zeilen zum tausendsten Mal und manchmal verstehe ich einen Funken davon, dann wird mein Geist für ein paar Momente still, ohne Disziplin, aus sich selbst heraus, welch köstliche Augenblicke ... die Frage „Wer bin ich?" sucht keine Antwort mehr, mein ‚Ich' fühlt sich nicht mehr und es IST Stille. Doch allzu schnell überfällt mich der Alltag, der Lärm, die Ruh ist hin und ich erinnere mich an ICH, Ich, ich, immer nur ICH ... ach, es dreht sich doch immer alles nur um dieses ICH! Wie langweilig. Diese Langeweile freundlich betrachten, sagen die Meister, ist der Anfang von Meditation. Wenn ich allerdings in das Gesichtchen meiner kleinen Enkeltochter schaue, öffnet sich mir ein Tor zum Himmel, hier ist Liebe bedingungslos und glückselig. Ich bin sicher, das ist Meditation. Und was hat die Gesundheit damit zu tun? Seit 45 Jahren beschäftige ich mich mit ihr, erst als Apothekerin, dann als Psychotherapeutin und die letzten Jahrzehnte als Ayurvedin. Ich erzähle unermüdlich, was man/frau tun sollte, um gesund zu werden, zu sein oder zu bleiben, ich lebe bewusst ‚gesund', achte penibel auf meine Intoleranzen und meine Beweglichkeit und natürlich habe ich damit beachtliche ‚Erfolge'. Aber wirklich gesund bin ich nur in der Stille, dann hört nämlich auch diese Frage auf, dann tut's entweder weh oder nicht, dann schlafe ich gut oder nicht, dann ist es, wie es ist, und es ist gut so. Dann – und nur dann – hört jeder Konflikt auf, und das ist Gesundheit. Sie können mir glauben – oder auch nicht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wundervollen Sommer, wo immer, wie immer Sie ihn genießen wollen!

Ihre Renata Mörth

 

Kommentare  
# Thezen 2016-01-21 16:08
Leider dreht sich in der heutigen Welt fast alles nur ums "ich"
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