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Offener Brief an Ole Nydahl, an die Mitglieder des Diamantweges (BDD) und des Rats der DBU.

Lieber Ole!
Liebe buddhistischen Freunde und Freundinnen!

Der Vorstand der DBU hat neun Fragen an Ole Nydahl und den BDD geschickt, die teilweise falsch beantwortet wurden.

Frage der DBU: „Wieso werden bei Differenzen und Streitigkeiten zwischen Buddhisten staatliche Gerichte eingeschaltet?“
Antwort des BDD: „Es gibt keine Alternative zur staatlichen Gerichtsbarkeit, wenn man sich gegen üble Nachrede und Verleumdungen zur Wehr setzen will.“
Das ist nicht richtig. Ich habe Dich, Ole Nydahl, niemals verleumdet, sehr wohl aber Deine Aussagen kritisiert. Darauf hast Du gegen mich und andere Kritiker mit existenzbedrohenden gerichtlichen Klagen reagiert (ursachewirkung/blog/ole-nydahl).

Ich habe am Blog der Ursache\Wirkung eine Deiner islamfeindlichen Äußerungen wiedergegeben. Das stellt keine Verleumdung dar, denn Du hast öffentlich noch extremere Dinge verkündet, etwa „Muslime schneiden Frauen im Namen des Islam den Kitzler ab.“

Du setzt mich mit deiner Klage unter Druck, wie Du es auch mit anderen Bloggern, die Deine Aussagen kritisieren, getan hast. Mir wurde schriftlich berichtet, „dass Vertreter des Diamantweges jene Blogger, die vom Diamantweg verklagt wurden, im Rat der DBU als Art rechtskräftig verurteilte Straftäter dargestellt werden, und behauptet wird, dass alle geführten Prozesse verloren worden seien und der Diamantweg Recht bekommen hätte.“ Das ist ebenfalls nicht richtig. Die Blogger haben lediglich in den von Dir angestrebten Gerichtsverfahren Vergleichen zugestimmt, weil sie sich Prozesse mit derart exorbitanten Kosten nicht leisten konnten.

Ich würde einem Vergleich nicht zustimmen. In meinem Fall hat das Gericht in Mannheim den Fall geschlossen und festgestellt, dass es nicht zuständig sei und das Verfahren nach Darmstadt verwiesen. Ein Urteil ist nicht erfolgt.

Der Buddhistischer Dachverband Diamantweg führt weiter aus:
„Es werden negative Gerüchte über Lama Ole Nydahl ... verbreitet, die auf einer Reihe von willkürlich konstruierten Zusammenhängen und abstrusen Behauptungen beruhen und zum Teil in sehr grober und abschätziger Rede verfasst sind... Peter Riedl hat sich ... als seriöser Gesprächspartner disqualifiziert.“
Ich habe niemals abstruse Behauptungen über Dich, Ole Nydahl, aufgestellt und auch nie grob und abschätzig über Dich gesprochen, sondern Deine islamophoben Aussagen und Dein Verhalten als Lehrer kritisiert.

Mir ist es aus Sorge um den Buddhismus im Westen wichtig, dass kein weiterer Schaden geschieht.

Folgende Maßnahmen können dafür förderlich sein:

• Du ziehst Dich als Lehrer öffentlich zurück.
• Die Mitgliedschaft der Gruppen, die Dich als Lehrer betrachten, werden in der DBU so lange ruhend gestellt, bis die Vorwürfe um Deine Person und im BDD geklärt sind.
• Die DBU distanziert sich von Dir, indem sie Dich, ähnlich wie in Österreich, in ihren Publikationen nicht mehr ankündigt.

Liebe Grüße,
Peter Riedl

Möge die Übung gelingen

Kommentare  
# Teno 2018-05-01 00:10
Was ist mit Helmut Poller in Österreich passiert? Was ist sein tiefer Fall?
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# Michael 2018-07-14 14:41
Da ich als Schüler von Lama Ole Nydahl mit angesprochen werde, von Nord-Deutschland aus eine kleine Rückmeldung. Ich möchte mich dabei ungern über Details äußern, die hier nur allgemein angedeutet wurden, aber nicht explizit belegt sind.
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Zunächst einmal wundert mich, dass sich ein - wenn auch zweifellos verdienter - österreichischer Buddhist sich hier auf dem Blog von U&W äußert, und nicht auf einem privaten Blog. Wenn man so handelt, suggeriert das Rückendeckung, sowie den Eindruck, als würde man "für alle" oder zumindest für sehr viele österreichische Buddhisten sprechen.
Einige Dinge, die hier angesprochen werden, sind indes eher persönlicher Natur - und es wäre besser, sie auch mit direkter Kommunikation versuchen zu klären, anstatt sie gleich in die Öffentlichkeit zu zerren. Mich irritiert, dass hier die Logos von DBU und Diamantweg verwendet werden. Ungefragt?
Mich befremdet, dass jemand auch aufgrund persönlicher Erfahrungen meint, einem ausländischen Dachverband gute Ratschläge geben zu müssen. Auch die Verhaltensempfehlungen an Lama Ole und seine Organisation empfinde ich als ein wenig anmaßend.
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Soweit ich es mitbekommen habe, geht es bei den strittigen, justiziablen Aussagen i.d.R. zunächst einmal um Unterlassungserklärungen, in seltenen Fällen um einstweilige Verfügungen - und nicht um teure Prozesse. Auch mit den eingeschaltenen Anwälten kann man reden. Aber es muss der Grundsatz gelten, dass gegenüber einer öffentlichen Person erhobene Vorwürfe konkret genug begründet und belegt sein müssen, um sie öffentlich erheben zu dürfen - sonst wäre es womöglich verunglimpfende Rufschädigung (und schlechte Rede im Sinne des Dharma). Natürlich gilt Meinungsfreiheit. Selbstverständlich gilt auch, dass man nicht jede Aussage von einem Dharmalehrer teilen muss - auch/gerade, wenn sie nicht den Kern der Lehre berühren. (Dafür gibt es ja auch viele andere, exzellente Lehrer anderer Schulen.) Es ist auch kein Geheimnis, dass Lama Ole ein unkonventioneller Lehrer ist, der selten ein Blat vor den Mund nimmt, wenn er zu diesem oder jenem Thema gefragt wird. Kontroverse Anschauungen unter Buddhisten darf und soll es geben dürfen. Aber ich habe es eben auch schon erlebt, dass Aussagen von ihm nicht akkurat widergegeben oder aus dem Zusammenhang gerissen wurden, wenn hinterher Leute, die ihn noch nie mochten, auf Blogs oder in anderen Medien Vorwürfe erhoben.
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Jeder, der das Weltgeschehen mitverfolgt, weiß um die Islamdebatte. Es wäre wirklich hilfreich, wenn im Falle des Islam nicht ständig Menschen und Ideologien miteinander verwechselt würden. Jede Weltanschauung muss - mitsamt ihrer Varianten und unterschiedlichen Interpretationen - in einer Gesellschaft mit Meinungsfreiheit per se kritisierbar sein. (Das gilt selbstverständlich auch für den Buddhismus.)
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Aber warum kann man allgemein nicht scharf genug zwischen pauschaler "Muslimenfeindlichkeit" - die wir nicht brauchen - und "Islamophobie", ein vom radikalen iranischen Politiker Ahmadinedschad eingeführtem Propagandawort der Islamisten, unterscheiden? In dieser Stellungnahme tauchen die krachenden Schlagworte "Islamfeindlich" und "islamophob" allerdings auf. Kann man es nicht etwas nüchterner halten? Oder nicht zumindest die potenziellen Vorwürfe als Fragen formulieren?
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In diesem "Offenen Brief" wird z.B. die Aussage „Muslime schneiden Frauen im Namen des Islam den Kitzler ab“ scharf kritisiert. Es wäre wirklich schön, wenn dem nicht so wäre! Leider ist die Genitalverstümmelung bei Mädchen und jungen Frauen - für mich eine der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen weltweit! - in vielen Ländern gängige Praxis und stellt eine extreme Erniedrigung von Frauen dar. Ein großer Teil dieser Länder liegen in der Nordhälfte Afrikas und sind islamisch geprägt. Nicht überall, aber leider sehr oft, wird diese ekelhafte Prozedur religiös begründet und von Geistlichen ausdrücklich gebilligt. Mir stößt merkwürdig auf, dass der Verfasser sich so sehr an der Wortwahl stört - aber den Inhalt der Aussage stehen lässt, ja, gar indirekt als "extreme" und mutmaßlich "islamfeindliche" Äußerung brandmarkt.
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Daher hätte ich es besser gefunden, wenn Peter Riedl seine Kritik eine Stufe tiefer aufgehängt hätte. Ich sehe die Gefahr, dass solch eine Diskussion entgleitet und bei der nicht-buddhistischen Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, dass sich die verschiedenen buddhistischen Schulen untereinander nicht grün sind - ja: einander bekämpfen. Das kann unser gemeinsames Interesse nicht sein.
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