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Im Juni 2015 hat Lama Ole Nydahl auf seiner Homepage mitgeteilt, er habe von einer ‚UNESCO-Assoziation‘ einen Preis für ‚interkulturellen und interreligiösen Dialog‘ erhalten. Dieser sei ihm ‚zur Förderung von Meinungsfreiheit, Mitgefühl, Frieden und Güte‘ verliehen worden.

Das habe ich auf diesem Blog unter ‚Preisverleihung an Ole Nydahl – eine Fehlentscheidung?‘ hinterfragt und geschrieben, dass Nydahl seit Jahren verunglimpfende Äußerungen über den Islam in seiner Gesamtheit tätige.

Eine Teilnehmerin am Deutschlandtreffen 2016 hatte berichtet, der Lama habe seinen ZuhörerInnen empfohlen, die Partei ‚Alternative für Deutschland‘ zu wählen, da ‚Frau Merkel ja alle die aufnehmen wolle, die sonst keiner haben möchte. Alle Menschen, die aus den Ländern mit islamischer Kultur stammen, seien ungebildet, schlügen ihre Frauen und belästigen deutsche Frauen‘.
Den letzten Satz hat der Lama über seinen Anwalt Jan Weber abmahnen lassen, danach wurde Unterlassungsklage erhoben, nach der dieser Satz unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000,00 € und einer Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten verboten werden soll.

Markus Kompa, der Anwalt von Ursache\Wirkung, hat auf diese Klage unter anderem entgegnet:

1. Das angerufene Gericht in Mannheim sei örtlich nicht zuständig.

2. Die oben erwähnte Zeugin habe ihre Wahrnehmung ursprünglich an die Deutsche Buddhistische Union (DBU) geschickt. Diese habe jedoch auf ihr Mail kaum reagiert.

3. Es wird an das Gericht der Antrag gestellt, ‚Ole Nydahl möge seine Videoaufzeichnung vom Deutschlandtreffen zeigen, wenn er bestreitet, sich in der berichteten Weise geäußert zu haben‘.

4. Es sei offenbar auch unbestritten, dass sich Ole Nydahl abschätzig und undifferenziert über den Islam zu äußern pflegt.
Der Bayerische Rundfunk habe Nydahl gemäß einem abrufbaren Video wie folgt zitiert:
„Ich denke, das steht alles im Koran drin: Also man kriegt einen Befehl von ganz oben, von irgendeinem Allah oder so was, und dann bestärkt man sich darin, Ungläubige zu töten und das alles. Und dann am Ende, was haben wir dann? Dann haben wir Brüssel und Paris. Ein großes Problem, was wir uns da aufgehalst haben. Die Leute hätten einfach nur den Koran lesen müssen und verstehen müssen, (...), dann hätten wir vielleicht nicht so viele über die Grenze geholt oder aus dem Wasser geholt sogar.“

5. Ursache\Wirkung habe lediglich kommentiert, dass Nydahl wegen ähnlicher Äußerungen Gegenstand kritischer Beschäftigung seitens der Buddhistischen Religionsgemeinschaften sei, was Nydahl auch nicht bestritten habe. Die Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft (ÖBR) hatte am 03.09.1998 beschlossen, Lama Ole Nydahl ein Ankündigungsverbot in all ihren Publikationen zu erteilen.
Die rechtspopulistischen und menschenverachtenden Äußerungen des Lama seien außerdem aktuell ein Thema im Dachverband der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) und es gäbe bereits einen Antrag an den Rat der DBU, dessen Gruppen aus dem Dachverband auszuschließen.

Ein Bild von Lama Ole Nydahl (2. von links) mit dem rechtsradikalen holländischen Politiker Geert Wilders (rechts unten) finden Sie hier.

6. Es bestehe kein vernünftiger Grund, um an den Worten der Zeugin zu zweifeln, da der Lama seit Jahren rechtsextremen Parteien das Wort rede und sich menschenverachtend über Muslime äußere, die man ihm zufolge nicht hätte ‚aus dem Wasser holen‘ sollen.

Das Gericht in Mannheim hat darauf geantwortet, es sei als Prozessstandort nicht zuständig und man müsse sich auf einen neuen Standort einigen.

Ursache\Wirkung wird weiter berichten.

Einen Hintergrundartikel zum Thema ‚Lama Ole Nydahl und der Diamantweg‘ können Sie in der Printausgabe der Zeitschrift Ursache\Wirkung vom 1. März 2018 hier bestellen.

 

Kommentare  
# Diamant-Gedanke 2018-03-03 18:51
Na Franz Schwarzlmueller, klar doch, berechtigte Kritik an Herrn Nydahl ist irgendwie Hetze und Kritik an Herrn Nydahls pauschalen und falschen Behauptungen zum Islam – sogenannte "Islamkritik" – ist "pauschale kritiklose Islamverteidigung".

Im Übrigen, was unterscheidet eigentlich Ole Nydahl von den selbsternannten Moralwächtern? Er ist doch auch einer – nur eben nicht innerhalb seiner eigenen Religion oder sich selbst gegenüber – sondern einer anderen Religion und Muslimen gegenüber. Ist das dann nicht auch höchst bedenklich und un-buddhistisch?
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# AmericanSniper108 2018-03-05 09:07
Ich wär übrigens vorsichtig.
Ole Nydahl meinte bei einem Sommerkurs mal "I gladly destroy everyone who goes against us." Außerdem erzählt er immer wieder wie der 16te Karmapa ihn viele Male Mahakala genannt hat. "Das IST Mahakala." Bei einer Gelegenheit hat er ihn glaub ich mal 13ter Bhumi Mahakala genannt.
Das ist also so als ob man sich mit dem Universum anlegt. Ich geb das nur so weiter.
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# Relax666 2018-04-18 21:33
Na, ja AmericanSniper, Ole weiß halt auf die Tube zu drücken und Leute zu beeindrucken oder einzuschüchtern. Das hat nur Wirkkraft, wenn Leute das auch glauben und in A & O Schockstarre fallen. Wäre ja schön Ole wär ein Bodhisattva auf dem 13. Bhumi, dann hätte er wenigstens Mitgefühl. So abewr, als ganz normaler Mensch, pflegt er leider Feindbilder und lebt die Geistesgifte aus. Schön und heilsam ist das nicht.
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