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Auf der Welt tobt es. Wir schreien. Wir wollen uns wehren. Wir nehmen entsetzliche Nachrichten wahr. Wir gewöhnen uns an sie. Und wir scrollen weiter nach unten.

Was uns den einen Moment erschüttert, bewegt uns auch noch im nächsten Augenblick. Doch bereits im übernächsten kommt eine neue Information. Wir sind derart reizüberflutet, dass selbst die schlimmsten Nachrichten und tragischsten Meldungen zur Gewohnheit werden. Erst regen wir uns wie wild auf. Dann erkennen wir, wie wenig wir mit unserem politischen Ärger bewegen können, und schließlich dösen wir wieder wie Schlaftabletten durchs Leben. Wir verweilen in einem emotionalen Koma und starren resigniert an die Wand. Warum? Weil wir träge und spirituell desinteressiert sind? Weil wir machtlos sind und ohnehin die politischen Fäden nicht ziehen? Weil uns die Flüchtlinge zwar leidtun, wir aber auch Angst vor ihnen haben? Weil es letztlich doch nichts bringt, eine Petition gegen TTIP zu unterzeichnen? Warum bloß?

Wir versumpfen in mittelmäßigem Glück! Es geht uns gut. Gut genug, um nichts tun zu müssen. Aber nicht gut genug, um aus tiefer Einsicht, Mitgefühl und Menschlichkeit heraus etwas tun zu wollen. Wir übernehmen weder spirituelle Verantwortung für uns selbst noch soziale für andere. Warum auch, es läuft ja alles ganz gut.

 

Bilder © David Gabriel Fischer / www.thezendiary.com

 

Kommentare  
# Markus Kellner 2016-04-11 10:00
...leider bin ich keine Ausnahme.
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