Wohlfühlen

Ärger ist ein interessantes Thema im Ayurveda. Wenn wir von der Tridosha-Theorie des Vata, Pitta, Kapha ausgehen, dann besagt sie, dass diese drei energetischen Prinzipien (die Doshas) das sind, was stört. 

Das heißt, dass wenn ein Dosha zunimmt, zuerst alles, was mit diesem Prinzip zusammenhängt, gestört ist, letztlich aber die Gesamtbalance dieses Menschen betrifft.
Zur Erinnerung sei gesagt, dass Vata für die Bewegung, Pitta für die Transformation und Kapha für die Struktur zuständig ist. Da Vata die Bewegung und wie der Wind ist, ist alles, was unruhig, instabil, schnell, rastlos, austrocknend, kalt, spröde und rau ist, dem Vata zuzuschreiben. Pitta ist das Feuer und das Feuer verdaut, verbrennt, transformiert, entscheidet, gibt Richtung, ist heiß und scharf. Kapha ist wie die Erde – ausdauernd, zuverlässig, stark, stabil, mütterlich, sorgend, kalt und fest.

Da wir ununterbrochen dem Stoffwechselprozess unterworfen sind, ist in jedem Augenblick das Spiel der drei Doshas am Wirken, ununterbrochen sind in JEDER Zelle die drei energetischen Prinzipien am Spielen. Auch der Geist ist dem Tanz der Doshas ausgeliefert, allerdings sind hier andere Prinzipien zu beachten. Hier sind die drei Gunas Sattva, Rajas und Tamas zu Hause. Sattva ist der vollkommene, heile und absolut reine geistige Zustand. Sattva ist kein Dosha, da das Reine nichts mehr stören kann. Rajas als geistiges Dosha ist das Feurige, aktiv Verändernde und Tamas ist das Verderbliche, das den Tod jedes Seins bringt.

Wenn wir nun zurückkommen zum Ärger, so können wir davon ausgehen, dass Menschen, die jeden Umstand dazu nutzen, um sich zu ärgern, also keine Richtung, keine Entscheidung für ihre Energie finden, die eher wie raues Sandpapier sind, auf dem alles haften bleibt, unter einem gestörten Vata leiden. Ihre Grundhaltung ist zerstreut und der Ärger legt sich wie Sand auf alles Geschehen. Dazu muss man auch die geistige Disposition beachten, in der eher Tamas vorherrscht, das alles vergraut, runtermacht und dem Verderblichen zuordnet.

Bei pittadominierten Menschen werden vor allem der Zorn und die Wut brennen, also das Rajas. Der Zorn flammt auf, hat einen Ursprung und eine Richtung und verglüht dann auch.

Ayurveda würde bei stetig ärgerlichen Menschen auf mehreren Ebenen arbeiten. Die Inbalance des Vata muss beruhigt werden und das Tamas mit Hilfe einer rajasigen, also aktiven Therapie verbrannt und transformiert werden, um schließlich in einen eher sattvigen Seinszustand zu gelangen. Dazu ist natürlich die Kenntnis der persönlichen körperlichen und geistigen Konstitution und deren Veränderung notwendig – und wie immer der eigene Wille und das persönliche Dazutun, um sich einem Veränderungsprozess hinzugeben.

Die Weisen sagen, dass die Welt vollkommen ist, und da die Welt Gott ist und Gott vollkommen ist, gibt es keinen Grund, die Welt verbessern zu wollen, und daher auch keinen Grund, sich über sie zu ärgern. Nur wenn wir das wirklich verstehen, kann sich Ärger letztendlich in Meditation verwandeln.

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