Buch

Sabine Wienand gelingt es hier scheinbar spielerisch, anhand der Person des Dalai Lama das Wechselspiel von Religion, Politik und Kultur Tibets nachzuzeichnen. Man wird unverzüglich von der faszinierenden Geschichte dieser spirituellen Autorität in Bann gezogen.

Zum Beispiel erfährt man, dass sich der technikbegeisterte Dalai Lama in den späten40er Jahren von seinem streng isolierten Leben durch Filmaufnahmen ein Bild von der Außenwelt gemacht hat und in weiterer Folge den Österreicher Heinrich Harrer 1949 beauftragte, ein Kino neben dem Sommerpalast zu errichten. Wienand schreckt in ihren Ausführungen auch nicht davor zurück, kritische Themen aufzugreifen: etwa den umstrittenen Werbevertrag mit der Computerfirma Apple oder das Interview mit dem Playboy-Magazin. Zahlreiche Bilddokumente werten die Monografie zusätzlich auf. Fazit: kurz und bündig, in gewohnt exzellenter Rowohlt-Monografien-Qualität, zu einem vernünftigen Preis. Was will man mehr?

Biographie
Rowohlt: Reinbek bei Frankfurt 2009
156 Seiten
 

Rezensent: Nadja Reiter

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