Buch

Der deutsche Neurobiologe Gerhard Roth widmet sich zwei zentralen menschlichen Fragen: „Soll ich meinem Verstand oder meinen Gefühlen folgen?“ und „Wie schaffe ich es, Menschen so zu verändern, dass sie das tun, was ich von ihnen will?

Entscheidungsprozesse können sich zuweilen als schwierig erweisen. Menschliche Verhaltensweisen zu ändern, gleich ob fremde oder eigene, ist ebenfalls häufig ein äußerst mühevolles Unterfangen mit ungewissem Ausgang. Beides hängt nicht zuletzt mit der Willensfreiheitsproblematik zusammen, auf die Roth noch im letzten Kapitel ein wenig eingeht.

Wohlgemerkt, das Buch grenzt sich angenehm ab von der Fülle an mehr oder weniger gut fundierten, teilweise leider stark ‚esoterisch’ gefärbten Ratgebern, die den Markt überschwemmen. Aufgrund seiner Ausbildung und Forschungstätigkeit weiß Gerhard Roth, wovon er spricht. Dass er auf schwierige Fragen keine allzu leichten Antworten liefern kann, insbesondere im Hinblick auf konkrete Handlungsanweisungen, war zu erwarten. Und auch dass er einräumt, dass wir keine Wunder von uns erwarten können. Roth versteht es, sich auf das Wesentliche zu beschränken und das in einer auch für Laien verständlichen Sprache zu vermitteln. Seine wohl wichtigste Botschaft lautet: Grundsätzlich ist es durchaus möglich, sich nachhaltig zum Besseren zu ändern. Ein wertvolles Buch. 

Sachbuch
Klett-Cotta 2007
349 Seiten
 
Rezensent: Christian Rieder

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