Leben

Als 2015 viele syrische Flüchtlinge nach Deutschland kamen und die Politik die Grenzen öffnete, um Menschlichkeit zu zeigen, erreichte uns eine Welle des Mitgefühls und viele halfen den Flüchtlingen.

Damals fragten sich manche Buddhisten, warum wir nicht mit eigenen Organisationen und Hilfsprojekten in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten.

Mit großem Interesse verfolgte ich schon seit längerem die Arbeit von Buddhist Global Relief (BGR) durch Bhante Bodhi, einem US-amerikanischen buddhistischen Mönch und Lehrer. Als Bhante Bodhi dann 2018 zu einer Konferenz in Hamburg war, fragte ich ihn einfach, ob er mit uns einen Ableger der BGR in Europa organisieren wolle. Bhante war zunächst dafür offen, aber auch skeptisch.

Er empfahl, dass es in jedem Fall eine eigenständige Organisation werden müsse. Nach einem Aufruf zur Gründung einer Hilfsorganisation meldeten sich ca. 12 Personen unterschiedlicher buddhistischer Richtungen. Es kam zu einem ersten Gründertreffen in einem tibetisch-buddhistischen Zentrum in Berlin. Sofort empfanden wir eine große Verbundenheit und das Vorrecht, bei einer wirklich wichtigen Sache beteiligt sein zu dürfen. Wir fingen unser Arbeitswochenende mit einer gemeinsamen Meditation und der Verehrung der drei Juwelen an und arbeiteten dann buchstäblich den ganzen Tag lang an den Inhalten unserer Satzung und Ziele.

So beendeten wir unser Treffen mit einer Satzung, einem gewählten Vorstand aus vier Personen, Zielen, einem Gründungsbudget von circa 3.000 Euro und vor allem mit einem Namen: “MiA”, Mitgefühl in Aktion. Bhante Bodhi hatte inzwischen zugestimmt, als Schirmherr der neuen Organisation zu dienen.
Nach weiteren Abstimmungen zur Satzung, wurde diese dann formal von einem Notar geprüft und beim Amtsgericht in Hamburg eingereicht. Es bildeten sich Arbeitsgruppen, die sich mit der Außendarstellung und der notwendigen Kommunikationsstruktur beschäftigten. Ein Logo wurde erstellt und eine Webseite gebaut (mia.eu.com).
Wir verbreiteten das Anliegen in unserem Umfeld und stellten dabei fest, dass viele Buddhisten und Nichtbuddhisten sich mit dem Anliegen des aktiven Mitgefühls identifizieren können. Die Deutsche Buddhistische Union und die Europäische Buddhistische Union zeigte Interesse und bald werden wir auf der Mitgliederversammlung der DBU vor vielen Vertretern buddhistischer Gruppen unsere Organisation MiA vorstellen. Auch Ursache\Wirkung unterstützt MiA als förderndes Mitglied.

Corona oder Mitgefühl in Aktion
Im November 2019 erhielten wir die offizielle amtliche Bestätigung, dass unser Verein als gemeinnützige Organisation für Entwicklungsarbeit anerkannt ist. Nun kann die Arbeit losgehen. Wir haben uns für drei erste Projekte entschieden, die besonders an den Wurzeln von Unterernährung ansetzen: der Ausbildung von jungen Frauen und Mädchen in Burma, Bangladesh und Cambodia. Als nächsten Schritt haben wir Bhante Bodhi und Kim Behan eingeladen, mit uns eine öffentliche Veranstaltung durchzuführen, an der wir unsere Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen möchten. Noch sind wir ganz am Anfang unserer Arbeit. An einem bestimmten Punkt werden wir das Ehrenamt wohl mit professioneller Hilfe ergänzen müssen. Wir haben uns verpflichtet, alle projektbezogenen Spenden ohne Abzug in die direkte Hilfe von notleidenden Menschen zu leiten.

Derzeit ist das Corona-Virus die größte Herausforderung und offenbart, wie nie zuvor, das fragile Menschsein. Einerseits zeigt es die individuelle Angst und Panik vor Mangel, die sich derzeit in Hamstereinkäufen ausdrücken und zu leeren Regalen in den Supermärkten führt. Anderseits sind plötzlich ganze Staaten bereit, enorme Anstrengungen zu unternehmen, um diese Pandemie einzugrenzen oder zu bekämpfen. Als MiA möchten wir nun dieses Bewusstsein auch auf die globale Situation anwenden. Täglich sterben 24.000 Menschen an Unterernährung, davon über 8.000 Kinder. Wenn wir nur in der Lage wären das jetzige Bewusstsein für die globale Mitverantwortung hier anzuwenden, könnten wir sehr viel für eine gerechtere und lebenswertere Welt tun. Packen wir es an.

Weitere Informationen zu „Mitgefühl in Aktion“ finden Sie hier.

 

Kommentar schreiben