Leben

Holi, das Fest der Farben, feiert den Triumph des Guten über das Böse und verabschiedet gleichzeitig den Winter. Dieses Jahr findet es am 9. und 10. März statt.

Das indische Fest wird immer am Tag vor dem Vollmond, im Monat Phalguna des hinduistischen Kalenders, zelebriert. Holi ist eines der ältesten Feste Indiens, alle Schichten und Altersgruppen nehmen teil. Die strengen Kastengrenzen der indischen Gesellschaft werden aufgehoben und man bestreut sich gegenseitig mit gefärbtem Wasser und Gulal, ein durch Kräuter und Blüten gefärbtes Pulver, während getanzt und gesungen wird. Um an den Tod der Dämonin Holika und somit an den Gewinn des Guten über das Böse zu gedenken, werden Freudenfeuer entzündet und es wird gebetet. Alle feiern gemeinsam, egal ob arm oder reich, und jegliche Streitigkeiten sollen begraben werden. Es ist ein farbenfrohes, aber vor allem ein spirituelles Ereignis.

Winter

2012 bekam die restliche Welt Wind davon und eine Gruppe rund um Jasper Hellmann, einem jungen Unternehmer, begann dieses traditionelle Fest zu kommerzialisieren und als Party zu vermarkten. Tausende junge Menschen auf der ganzen Welt finden sich seitdem jährlich zusammen um sich zu pumpender Techno-Musik mit Farbbeuteln zu bewerfen. Die Schlangen sind lang und die Getränke teuer. Das „Holi – Festival of Colours“, wie es in Europa genannt wird, entwickelte sich zu einer Massenparty mit bis zu 30.000 Besuchern.
Kritik gab es bisher wenig, da sich viele Veranstalter von der religiösen Bedeutung distanzieren und sich damit rechtfertigen, dass das Konzept nur daran angelehnt sei. Das Bewerfen mit Farben soll lediglich ein guter Effekt sein, um das westliche Partyvolk zu motivieren und die Partykasse anzukurbeln.
Holi wurde dadurch trotzdem zweckentfremdet, denn mit den indischen Bräuchen hat das nur noch sehr wenig zu tun.

Winter

 

Kommentar schreiben