Leben

Ein Zen-Meister bestellt sich ein Sandwich: „Eins mit allem.“ Der Kellner nickt: „Gott sei Dank bin ich Buddhist.“

Freude verbindet uns mit den Wundern des Lebens. Freude ist eine Alltagsform des Glücks. Kürzlich habe ich wieder einmal Mitfreude, ‚Mudita‘, unterrichtet und dabei wird mir stets bewusst, dass ich viel zu wenig lache. Während Kinder etwa 200 Mal am Tag in Gelächter ausbrechen, schaffen Erwachsene nur 20 Lacher. Und bei mir sind es bestimmt noch weniger! Ich bin einfach viel zu ernst. Ich muss das Lachen üben. Statt in der kalten, dunklen Jahreszeit mit den brennenden Fragen des Lebens zu ringen, möchte ich es diesmal ganz anders machen. Ich werde die Wintertage mit einer Lachyoga-Session beginnen, ein Räucherstäbchen für die guten Geister anzünden und sie bitten, mir zur Einstimmung einen Buddha-Witz zu erzählen, zum Beispiel: „Drei Dinge, die man einen Buddha niemals fragen sollte.“ Oder den: „Geht ein Indianer zum Friseur – als er wieder rauskommt, ist sein Pony weg.“ Schon Karl Valentin hat gemeint: „Wenn ich mich langweile, erzähle ich mir selber Witze. Über die, die ich noch nicht kenne, kann ich am meisten lachen.“ Da habe ich genug Stoff für lange Winterabende, denn es gibt unendlich viele Witze, die ich noch nicht kenne, Kellnerwitze und Papstwitze, Ostfriesenwitze und Polenwitze. Es gibt auch Wissenschaftler, die sich Gelotologen nennen und ein Leben lang das Lachen beforschen, und Gag-Schreiber, die am Koffein-Tropf hängen und ihr Honorar beim Bungee-Jumping auf den Kopf hauen. Die Welt ist voller Komik, ich muss nur einen Blick dafür entwickeln. Sagt ein Zen-Meister zu seinem Schüler: „Dich gibt es gar nicht!“ Antwortet der Schüler: „Wem sagst du das!“

Zen-Meister Thich Nhat Hanh lehrt die Praxis des inneren Lächelns. Er berichtet, dass im Chinesischen die Buchstaben für Frieden und Freude oft zusammen erscheinen, weil Freude Frieden bringt. Das Lächeln inspiriert zu Freude und Freude transformiert Aversion. Deshalb stimmt die chinesische Qi-Gong-Meisterin Ling Ling ihre Schüler friedlich, indem sie mit ihnen übt, das eigene Herz lächeln zu lassen. Probieren Sie es aus und fügen Sie gleich diese Variante hinzu, die meine Kollegin Tara Brach unterrichtet: Lassen Sie den Mund entspannt und konzentrieren Sie sich auf die beiden äußersten Augenwinkel, um dort ein Micro-Lächeln hineinzuzaubern. Ein Lächeln im Herzen und in den Augenwinkeln – da freut sich der Weihnachtsmann. Lachen überträgt sich blitzschnell. Wir könnten uns heute vornehmen, alle, die uns begegnen, mit einem Lächeln anzustecken und so ein wenig Frieden in die Welt zu bringen.

Der alte Sufinarr Nasruddin besucht einen Weihnachtsmarkt. Im Riesengedränge vermisst ein reicher Marzipanhändler plötzlich sein Portemonnaie mit dem Wechselgeld. Er ruft in die Menge: „Mein Portemonnaie mit 100 Euro ist weg – der ehrliche Finder bekommt von mir 20 Euro!“ Nasruddin steigt auf eine Kiste hinter dem Händler und trötet ebenso laut und deutlich: „Ich biete das Doppelte!“

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