Das Buch, das mich als jungen Theatermenschen sehr beeindruckt hat, heißt in der deutschen Übersetzung etwas anders, nämlich: ‚Wir alle spielen Theater’. Erving Goffmans Buch trägt in der amerikanischen Originalausgabe den wunderbaren Titel: ‚The presentation of self in everyday life’. 1959 ist es in New York erschienen, auf Deutsch zehn Jahre danach.

Freude lässt sich nicht wirklich im Herzen erzwingen, wenn sich der Mensch gerade tieftraurig fühlt. Traurigkeit darf sein – so wie Freude. Wer sich gerade nicht freuen kann, der muss sich nicht freuen. Der Mensch kann Gefühle nicht im Verstand erzwingen, wenn das Herz gerade die gegensätzliche Wahrheit in der Tiefe erfährt.

Es muss schon vor mehr als zwanzig Jahren gewesen sein, als mein erster langjähriger und hervorragender Therapeut mir entgegnete: „Gut, jedoch müssen Sie es erst zulassen, bevor Sie es loslassen können!“

Schlechtes Gewissen – was ist das eigentlich? Kürzlich damit konfrontiert, denke ich immer noch darüber nach, woher das kommt. Und wohin es geht – also mit einem. Und ob man es zwischendurch nicht vielleicht doch ad acta legen sollte, weil es absolut gar nichts bringt.

Ob es Menschen gibt, die den Frühling nicht mögen? Kaum vorstellbar! Die meisten warten wohl schon lange sehnsüchtig auf ihn, für manche könnte er sogar gleich nach Weihnachten beginnen!

Der vorläufige letzte sonnige Tag geht dem Ende zu, ebenso wie mein 52. Lebensjahr. Fast als hätte mir die Stadt ein Geschenk machen wollen, hat die Müllabfuhr auch die beiden Scheiterhaufen abgeholt, die Bäume und Sträucher in meinem Garten abgeworfen haben. Und auch ich habe das Gefühl, dass das neue Jahr sehr viel leichter beginnt.

Diese Präzision, ja Rücksichtslosigkeit in der Darstellung von Detailbeobachtungen jeglicher Art ist nahezu unerreicht und führte bedauerlicherweise zum Eingriff der Zensur.

Als ich während meines Workshops ‚Die Meditation des Schreibens‘ heute früh über ‚kleine, achtsame Rituale‘ sprach, fielen mir meine eigenen Experimente wieder ein.

Meiner Freundin geht es gottseidank wieder besser, und trotz ihres Schlaganfalles wirft sie mit Fremdwörtern nur so um sich. Was für ein Segen, denke ich während eines Spaziergangs mit ihr, in gewohnt flottem Tempo und mit gewohnt offenem Ohr.

Aus der Haut zu fahren kann für kurze Zeit entlastend sein, wenn ich meiner Empörung freien Lauf lasse. Es kann als wohltuende Verschmelzung erlebt werden, wenn ich mich einem Menschen oder Lebewesen sehr nahe fühle.

Dieses Buch weist einen spirituellen Weg, der mitten ins Leben führt, vor nichts haltmacht und gerade darin so ungemein menschlich ist. Genau deswegen ist es mein ‚Evangelium der Liebe‘.

Kürzlich habe ich mich dabei ertappt, dass ich mich nach Gartenarbeit gesehnt habe. Die Alternative wäre eine Reise, doch die Aussicht darauf, mein Glashaus herzurichten, hatte plötzlich etwas unglaublich Verlockendes. Sehr beunruhigend...

Es war wirklich schwer, in irgendeiner Weise zentriert zu bleiben, wenn frau so verwirrte ‚Seelen‘ als Eltern hatte! Beide hatten die Fähigkeit, in ganz unterschiedlicher Weise in einer Minute „Hüh“ und in der nächsten „Hott“ zu brüllen, und das natürlich nicht synchron.

Spirituelle Bücher finde ich ja an sich eher langweilig und ich lese sie normalerweise auch kaum, außer es sind Bücher, die nicht nur spirituelle Erfahrung zum Thema haben, sondern die auch den Rahmen des Denkbaren, Sagbaren, Formulierbaren so erweitern, dass ihre Lektüre selber zu einer Erfahrung wird. Zu diesen Büchern gehört aus meiner Sicht Jean Gebsers ‚Ursprung und Gegenwart‘.

Überraschungen haben es ja so an sich, dass sie einen meistens überfallen, wenn man am wenigsten damit rechnet. Doch wenn meine Mutter mit mir webcamen will, dann hat sie sehr oft einen überraschenden Grund dafür.

Seit 78 Tagen arbeite ich mich durch den „Kurs in Wundern“, und es ist eine Herausforderung. Stellt alles auf den Kopf, und der meine zermartert sich selbst über den einfachsten Mantras. Gestern nicht, da hieß es „Ich habe ein Anrecht auf Wunder.“ Hurra, dachte ich, doch dann entwickelte sich alles ganz anders.

Meine Damen, ganz ehrlich, auch wenn Sie nicht zu den Fans von Rosamunde Pilcher gehören, nur ganz gelegentlich einmal einen Film dieser Art der schönen Landschaft oder der alten Herrenhäuser wegen anschauen, sitzt nicht in Ihrem Inneren, versteckt in einem verborgenen Winkel, eine zutiefst romantische Ader?

Ich wünsche mir von buddhistischen Religionsgemeinschaften weltweit eine klare Positionierung in Sachen Menschenrechte, Demokratie und Frieden.

Ich entdeckte diesen Zusammenhang schon früh, benennen konnte ich ihn allerdings erst, als ich begann, gezielt zu schreiben, und den Abschluss als Poesiepädagogin am Institut für Kreatives Schreiben in Berlin anstrebte und 1992 auch vollzog.

Hier bin ich also wieder, obwohl ich mir wirklich überlegt hatte, meinen FREITAG zu beenden. Denn wenn man so am schwadronieren ist, kommt einem die politische Korrektheit im Überschwang der Gefühle schon mal abhanden. Und etwas aufzuhören, was Freude macht, nur weil man selbst wieder einmal im Optimierungswahn ist, wäre fast schon Frevel. Was mich angesichts des vergangenen Weltfrauentages schon zum Punkt bringt.

Grippe, nein danke! Wir wollen sie alle nicht, sie kommt immer ungelegen, wirbelt unser Leben durcheinander. Ungeduldig warten wir darauf, dass sie uns wieder verlässt, oder lassen uns ergeben in die Kissen sinken und hängen unseren Gedanken nach.

Unsere Augen sind es, die uns erkennen lassen, ob Licht oder Dunkelheit herrscht, ob uns Leuchtkraft oder Schattenwelten umgeben, ob wir uns in Nachtschwärze oder Taghelle befinden.

Kunst kann im Leben eines Menschen der Ausdruck von Spiritualität sein. Auch in unserem Leben. Nur ist vielen gar nicht bewusst, dass sie eine künstlerische Ader besitzen, oder sie wissen es, aber fürchten die Konsequenzen, wenn sie sich stärker dem Eigentlichen widmen würden. Wieder andere möchten ihre Kunstwerke keinesfalls in Zusammenhang mit Spiritualität oder gar Religion gesehen wissen.

Sie haben vielleicht mitbekommen, dass ich Ende vergangenen Jahres ausgewählte Beiträge dieses Blogs in einem Buch zusammengefasst habe. Und weil man das heutzutage so macht, kam ich dabei um Facebook-Werbung nicht herum. Also bezahlte. Und während ich die verschiedensten Punkte, die es dabei anzukreuzen und auszuwählen gibt, abgearbeitet hatte, wurde ich plötzlich mit meinem eigenen Rassismus konfrontiert.

Martin Balluch, der österreichische Astronom und Philosoph zählt zu den bekanntesten österreichischen Tierrechtaktivisten und stellt hier sein spirituelles Lieblingsbuch 'A wolf called Romeo' von Nick Jans vor.

Wenn man oder frau einige Jahre dabei ist, ein buddhistisches Zentrum eher regelmäßig aufsucht, die ausliegenden Flyer studiert und sich mit den zu kaufenden Zeitschriften bekannt macht, dann stößt man unweigerlich auf Autoren und Autorinnen beider Kategorien: die quer zum Mainstream Denkenden und diejenigen, die man nicht mehr als zugehörig erleben kann.

Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen. Haben Sie diesen Spruch schon gelesen? Wie privilegiert sind wir doch, ob uns die Zeilen gefallen oder nicht, etwas so harmlos, schulterzuckend auszudrücken, was für andere Menschen zum bitteren Existenzkampf werden kann!

Im Juni 2015 hat Lama Ole Nydahl auf seiner Homepage mitgeteilt, er habe von einer ‚UNESCO-Assoziation‘ einen Preis für ‚interkulturellen und interreligiösen Dialog‘ erhalten. Dieser sei ihm ‚zur Förderung von Meinungsfreiheit, Mitgefühl, Frieden und Güte‘ verliehen worden.

Vor mehr als einem Jahrzehnt hatte mich ein Mensch zutiefst berührt und bewegt: Es war Marshall Rosenberg, der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation.

Die Tuben entblähen sich zwischen Nase und Ohr, und fast tut es mir leid, dass ich mich von den Wattebäuschchen verabschieden muss. Denn ein Gutes hatte dieser Katarrh schon: Wenn ich etwas nicht hören wollte, war die Begründung perfekt.

Vielleicht kennen Sie das? Dass Sie Zweifel befallen und Ängste, nicht zu genügen, wichtige Dinge versäumt zu haben. Wer oder was sind Sie überhaupt?
Ich jedenfalls kenne solche Situationen gut!

Es ist erschütternd zu sehen, wie armselig Europa auf die vor Krieg und größter Armut fliehenden Familien, jungen Männer, minderjährigen Kinder reagiert: Mit Selbstsucht und Panikmache.

Mein linkes Ohr fühlt sich immer noch ziemlich taub an. Und obwohl mich das manchmal mehr als irritiert, gibt es doch Momente, wo ich manches wirklich nicht hören möchte. Wie kürzlich in einer Kirche.

„Ich kann es nicht fassen, es ist schon wieder passiert, ich habe tatsächlich ein weiteres Mal denselben Fehler gemacht. Einem Menschen mein Herz, meine Zeit, meine gesamte Aufmerksamkeit geschenkt, alles für ihn getan und er hat mich dennoch wieder verlassen. Ich fühle mich ausgenutzt, traurig und leer. Ich kann euch nicht sagen, wie oft mir in meinem Leben genau das schon passiert ist. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen.“

Ich spreche schon einmal prophylaktisch eine Warnung aus, denn ich bin derzeit richtig schlecht gelaunt. Und das hängt nicht nur mit dem Wetter zusammen, das mich mit seiner Grauheit richtig runterzieht.

Um gesunde Knie zu haben, sollten die gesamten Beine gestärkt werden. In der heutigen Übung werden die Rückseite der Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur gekräftigt.

Bequemlichkeit muss eine der Todsünden im Buddhismus sein. Vieles, was uns wehtut, hat meiner Ansicht nach damit zu tun, dass Umlernen, Lernen überhaupt, meist wehtut.

In der Formel 1 stehen am Start zwischen all den harten Männern mit ihren ölverschmierten Overalls und den Rennfahrer-Helden die sogenannten Grid-Girls, liebevoll auch Boxenluder genannt. Die will man abschaffen, sie entsprächen nicht dem Bild der Frau 2018.

 

Ich fände nichts schön, hörte ich kürzlich, und ehrlich gesagt, überrascht mich das. Meine Fotoalben auf Laptop und Handy sagen etwas anderes. Doch da Kritik mitunter durchaus zur Persönlichkeitsbildung beitragen kann, denke ich darüber nach.

Hast du ein eher starkes oder schwaches Über-Ich? Und gar ein ‚buddhistisches‘? Heutzutage hat fast jedeR, die/der ein paar Jahre zur Schule gegangen ist, eine Idee davon, was gemeint sein könnte, wenn von einem starken Über-Ich gesprochen wird.

Sind ja ein Hund, diese Prägungen! Wenn man nicht aufpasst, glaubt man ein Leben lang, dass die Haare zu dünn, der Harnstrahl zu heftig oder das Lachen zu laut ist. Dass das aufs Gemüt schlagen kann, lässt sich einfach nachvollziehen. Glücklicherweise ist uns Menschen das Instrument der Selbstreflexion gegeben worden. Und auch wenn es sich nicht in jeder humanen Grundausstattung wiederfindet, könnte es doch über den Prägungsblues hinweg helfen. Wenn man möchte.

Die Faschingszeit nähert sich und vielerorts werden Menschen in unterschiedlichsten Verkleidungen und Masken unterwegs sein. Doch hat es nicht manchmal den Anschein, als trügen wir, ohne uns dessen bewusst zu sein, auch außerhalb der närrischen Zeit eine Maskerade?

Gestern begegnete mir ein Ausspruch der dunkelhäutigen Zen-Lehrerin Rev. Angel Kyodo Williams, der mich wie eine Keule traf. Ich erwähne ihre Hautfarbe, weil ich aus den beiden von mir gelesenen Büchern (‚The Way of Tenderness‘ und ‚Radical Dharma‘) erfahren habe, dass es kaum schwarze Zen-LehrerInnen gibt.

Unser Neuzeit-Lexikon schreibt zum Begriff „Naivität“: „Während die kindliche Unvoreingenommenheit und Unverfälschtheit noch von vielen als positiv, sogar als rein und unschuldig angesehen wird, gilt sie bei einem Erwachsenen oftmals als ernsthafter Charakterfehler, als geistige Beschränktheit.“ Warum, um Himmels willen?

Für das neue Jahr fassen wir manche guten Vorsätze, wollen in unserem Leben endlich bestimmte Dinge ändern, uns Zeit dafür nehmen und die notwendige Energie aufbringen. Dann kommt der Alltag und allzu schnell verlieren wir uns aufgrund seiner Anforderungen wieder einmal selbst …

Es gibt keinen Ärger im Buddhismus. Es hat keinen zu geben. In den beiden Zeremonien zur Laienordination, die eine in den Zen Peacemaker Orden, die andere in die Rinzai-Zen-Linie meines Lehrers Genjo Marinello, klingt das so: „Ich gelobe, Ärger in Weisheit umzuwandeln“ (Zen Peacemakers).

In einer Leistungsgesellschaft wird Streben und Erfolg belohnt, es sei denn, Menschen bekämpfen (mobben, ruinieren, zerstören, vernichten) Dich, aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus. Jedes Motiv hat dabei mit Gefühlen zu tun, so wie Macht, Autorität, Missgunst, Geiz, Gier oder Eifersucht.

„Rrrrrrrelax and think of parrrrrrrrrrradise. You arrrrrrrrrre so strrrrrrressed“, sagte der tunesische Masseur zu mir, während er hart an der Grenze zur Intimbehandlung entlang schrammte. Doch abgesehen davon, was er für mich als die angenehmste Entspannungsmethode erachtetet, frage ich mich natürlich, warum ich nach zwei Wochen Urlaub derartig unter Strom stand.

Wir werden immer wieder aufgefordert, unsere Unterscheidungskraft einzusetzen. Doch bewerten sollen wir nicht. Eine knifflige Angelegenheit! Aber manchmal ist die Lösung einfacher als gedacht.

Diese Frage beschäftigt mich – neben anderen Fragen, wie zum Beispiel Bequemlichkeit, Ärger, Schatten, Liebe, edles und unedles Schweigen … – immer wieder. Versuchen nicht alle buddhistischen Bücher und Artikel eine Antwort darauf zu geben? Und suchen wir nicht immer wieder selber diese Antwort, diese tiefe innere Resonanz zu einer Praxis, die alles andere als leicht ist?

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