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Nach einem Fehler fragen sich die Menschen oftmals, wie ihnen das nur passieren konnte, wie sie es künftig besser machen und neue Fehler vermeiden können. Viele geloben ständige Besserung, weil sie per se alles Schlechte und Nachlässige in sich ablehnen, jede unzureichende Leistung, jede Fahrlässigkeit und auch jede Disziplinlosigkeit.


Doch im Umgang mit allem Schlechten zeigt sich dann deine Liebe, die sich nicht nur einseitig auf das Gute beschränkt.
Beobachte, wovon dir noch schlecht wird.
Viele verurteilen sich für die Dummheit ihrer Fehler oder haben Schwierigkeiten, sich selbst oder anderen zu vergeben.
Manche sind unbarmherzig und ungnädig im Außen, so wie sie im eigenen Innern mit sich selbst ungnädig oder gnädig, streng oder gütig sind .
Viele sind vollkommen unversöhnlich, und zwar so lange, wie sie sich nicht selbst mit ihren eigenen Gefühlen versöhnen.
Fehler haben immer mit ungeliebten Gefühlen zu tun, die du lieben lernen oder weiter ablehnen kannst.
Wenn du Gefühle hast, die du nicht in dir akzeptieren kannst, dann wirst du ständig auch unversöhnlich im Außen sein, ständig im Konflikt mit dir selbst.
Finde heraus, mit welchen Gefühlen du im Konflikt bist. Welches Gefühl ist in deiner Bewertung fehlerhaft statt wahrhaft?
Gefühle, die aus deiner Sicht nicht sein dürfen, spürt man ja trotzdem. Jetzt kannst du weiterkämpfen oder tief in dich gehen, den Konflikt in dir befrieden.
Viele wollen ständig besser sein, besser werden, besser als andere sein oder einfach nur gut genug sein, um sich selbst lieben zu können. Ihre Liebe und ihr Wohlsein hängt davon ab, welche guten Leistungen sie bringen. Insgeheim fürchten sie Versagen und lehnen Versagen und Versager ab.
So entsteht eine unendliche Sucht nach Bessersein und Besserwisserei, nach Liebe durch Leistung.

FehlerWenn hingegen jeder Fehler sein darf, dann kehrt Liebe ein durch Sein. Wenn jedes Gefühl sein darf, dann ist Mitgefühl erfahrbar.
Wahre Veränderung bedeutet die Akzeptanz des Gegenwärtigen und ist nicht mehr darauf ausgerichtet, ständig besser sein zu müssen. Der Zwang der Besessenheit nach Besserheit (Perfektion) geht verloren. Freiheit wird SEIN.
Freiheit tritt ein durch deine Ganzheit, wenn alles Gute und Schlechte in dir sein darf, jede gute und jede fehlerhafte Leistung, jedes gute und jedes schlechte (ungeliebte) Gefühl.
Vieles läuft bei den sogenannten „Fehlervermeidern“ im Verstand ab. Sie suchen eine Lösung im Verstand, ohne zu verstehen, dass es auch darum geht, das Gefühl zu spüren, das der Mensch möglichst und ständig vermeiden will. Da ist viel Angst im Spiel. Es geht darum, auch der Angst auf den Grund zu gehen, damit das Leben bewusst freudvoller und leichter werden kann.
Wer viel vermeiden will, wer vieles ablehnt, dessen Leben kann nicht von Freude bestimmt sein. Beobachte, welche Gefühle der Mensch mit seinen Vermeidungsstrategien verdrängt, statt fühlend in seine Ganzheit (Vollkommenheit, Einheit) zu gehen.
Bewusst alles zu fühlen, ist die Fehlerkultur reinen Herzens .

 

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