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Das Annehmen des eigenen Gefühls - Schließlich bin ich wieder zurückgekommen zu meinem Gefühl der Traurigkeit und Leere.

Ich habe mich daran erinnert, was passiert, wenn ich mich in meinem Gefühl annehmen kann – so, wie ich bin, wenn ich das Gefühl tatsächlich zulassen kann, indem ich es fühle, ohne jeden Vorbehalt – und habe es ganz bewusst gemacht.

Es hat nur Sekunden gedauert, bis eine unglaubliche Entspannung eingesetzt hat, körperlich und psychisch. Ich habe mir in dem Moment bewusst erlaubt, so zu sein, wie ich bin – ohne irgendetwas an mir anders haben zu wollen. Traurigkeit wirklich zu fühlen und ganz zuzulassen, war lösend. Das Gefühl der Leere war verschwunden.
Ab diesem Moment hat jede Fantasie aufgehört, ich müsste irgendeinem Bild genügen, von dem ich geglaubt habe, dass es meine Workshopteilnehmer von mir sehen wollen.
Die Angst davor, im Workshop nicht präsent sein zu können, war weg. In mir hat sich ein Gefühl breitgemacht, dass es völlig okay ist, wenn ich traurig bin. Ich kann einen Workshop ja auch leiten, wenn ich traurig bin. Warum nicht? Es ist nur ein Gefühl.

Gefühle zu fühlen, führt in die Präsenz
Diese Erkenntnis, dass sich etwas löst und frei wird, wenn ich mit mir selbst in Einklang komme, hatte ich oft. In dem Moment, in dem ich in Einklang komme mit den Gefühlen, die ich in mir selbst nicht spüren möchte, und den Mut habe, sie zu spüren, komme ich immer in die Präsenz. Denn der innere Konflikt hört auf. Meine Aufmerksamkeit ist nicht mehr dort gebunden. Der Kampf mit mir selbst hört auf.

In dieser Präsenz konnte ich den Workshop wunderbar leiten und meine Erfahrung mit den Teilnehmern teilen, denn es ging an dem Abend ja um das Thema „Sein mit dem, was ist – in einer annehmenden Haltung“.

Wenn wir mit uns selbst ganz in Beziehung gehen können – und zwar gerade mit unseren schwierigen Gefühlen –, dann wird auch wieder Beziehung mit anderen möglich.

Dieses Erlebnis ist einer von vielen Schlüsselmomenten, in denen ich gelernt habe, wie wichtig es ist, nicht nur die Situation, in der ich bin, anzunehmen, wie sie ist. Es geht immer auch darum, sich selbst so sein zu lassen, wie man ist. Egal, ob Angst, Traurigkeit, Widerstand, Überforderung in uns sind – wenn wir uns erlauben, zu diesen Gefühlen ja zu sagen und sie zu fühlen, verschwinden sie.

Versuche ich, diese Gefühle wegzudrücken und loszuwerden, werden sie größer und bestimmen mein Erleben und die Situation.

Gefühle, die da sind, wollen gefühlt werden. Sonst lassen sie uns nicht in Ruhe.

Es passiert also genau das Gegenteil von dem, was wir in der Regel glauben. Wenn wir die Angst zulassen, Ja sagen können zu ihr und sie spüren, dann verschwindet sie, statt größer zu werden.

Das Annehmen des eigenen Gefühls

Beziehung entsteht
Wenn ich eine Situation äußerlich annehmen kann, wie sie ist, und gleichzeitig mich selbst in der Situation annehmen kann, wie ich bin, mit allen meinen Gefühlen, dann entsteht ein Gleichgewicht zwischen Achtung vor dem anderen und Selbstachtung. Und dieses Gleichgewicht ist eine Grundbedingung für Beziehung.

Beziehungslosigkeit
Wenn ich meine Gefühle nicht spüren möchte, obwohl sie da sind, zeige ich mich dem anderen nicht so, wie ich bin. Ich verstecke mich vor mir selbst und dem anderen. Ich verleugne mich, wenn ich nicht mehr den Mut finde, zu meinen eigenen Bedürfnissen zu stehen.

Darin gehe ich mit dem anderen nicht wirklich in Beziehung, sondern zeige ihm ein Bild von mir, von dem ich glaube, dass es zumutbar ist.

Wenn ich also lerne, mich selbst für zumutbar zu halten, kann ich mich dem anderen wieder zeigen.

Selbstvertrauen
In der Achtsamkeit entsteht eine eigene Form von Selbstvertrauen, nämlich das Vertrauen darin, dass „alles“, was ich bin und „alles“, was ich fühle, sein darf, wie es ist, dass „ich mir selbst“ die Erlaubnis dafür geben kann, so zu sein und mich auch so zu zeigen. Und es wächst die Erfahrung, dass diese Haltung mich in Beziehung bringt, mit mir selbst und anderen.


Übung
„Meine Gefühle fühlen“ ist die Übung, die sich an diesen Beitrag anschließt. Statt mich zu fragen, warum ich ein Gefühl habe, oder ein mir unangenehmes Gefühl zu unterdrücken oder vor ihm wegzulaufen, kann ich ausprobieren, was passiert, wenn ich es fühle.

Weil es zu mir gehört und in dem Vertrauen, dass es gut ist, wenn ich mir erlaube, meine Gefühle zu fühlen. Achte darauf, was passiert, wenn du das machst. In deinem Körper, in deinen Gefühlen und mit deinen Gedanken.

Gefühle, die wir nicht haben wollen, hängen oft ewig in uns fest, manchmal über Tage. Und oft werden sie dabei immer stärker und vereinnahmen uns völlig. Wir fangen an, unglaublich viel zu grübeln, warum das so ist, und versuchen alle möglichen Ablenkungen und Erklärungen, um ein Gefühl abzuschütteln und loszuwerden.

Aber verschwinden wird es erst, wenn es gefühlt wird. Dann werden auch die Gedanken wieder ruhig.

Achte darauf, was mit deiner Präsenz in dem Augenblick passiert, wenn du dich selbst so sein lassen kannst, wie du bist, indem du dein Gefühl wirklich fühlst.

Die größte Quelle von Stress liegt nicht darin, dass es äußere Stressoren gibt. Die größte Quelle von Stress ist, dass wir uns selbst nicht so sein lassen, wie wir sind.

Wenn ich lerne, mich selbst so sein zu lassen, wie ich bin, gelingt die wichtigste Beziehung, die ich im Leben habe: nämlich die zu mir selbst. Und das ist die Basis dafür, dass Beziehungen mit anderen gelingen können.

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