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„Womit habe ich das verdient?“, fragen sich oftmals viele Menschen, die glauben Gutmenschen zu sein. In Wahrheit lehnen sie unglaublich viel im Außen ab und glauben tatsächlich, dass ihre Fülle der Ablehnung etwas Gutes sei.

Sie glauben, sich die helle, schöne, positive Seite der Liebe verdienen zu können. Ihre Liebe folgt immer einer ängstlichen Absicht des Egos, sich Liebe mit ihren Taten verdienen zu wollen. Und so streben sie süchtig nach Liebe, Ehre und Verdienst.
Menschen, die gut sein wollen, fürchten insgeheim das Böse oder die Folgen, die mit der eigenen Bosheit einhergehen. Menschen, die immer gut sein wollen, bekämpfen das Böse und verkennen, dass sie für ihren ständigen Kampf immer einen Bösewicht brauchen. Jeder Film, jedes Märchen braucht für die Spannung einen Bösewicht.

Menschen, die die Ehre brauchen, fürchten die Ehrlosigkeit. Menschen, die stolz sein wollen, fürchten die Peinlichkeit. Menschen, die sich nach Belohnung sehnen, fürchten die Strafe. Menschen, die viel Anerkennung begehren, fürchten die Ablehnung. Menschen, die viel verlangen, fürchten die Enttäuschung. Und so ist die Angst, der sich der Mensch nicht bewusst stellt, oftmals unbewusst sein Antrieb.

Wut, Ärger und Zorn treten immer dann auf, wenn das Leben nicht den idealen Erwartungen des Menschen an seine heile Welt entspricht, sondern sich die ängstlichen Schattenseiten des Lebens in ihm gefühlsmäßig regen.

Menschen wollen nicht wütend, ärgerlich oder zornig sein, weil man ihnen gesagt hat, dass sie so nicht sein sollen. Sie haben sich zu kontrollieren, zu disziplinieren oder zu beherrschen. Sie haben Erwartungen zu entsprechen, auch Erwartungen an ihre Gefühle. Ständig entsprechen zu wollen bedeutet Gefallsucht.

Bedingungslose Liebe

Menschen wollen immer etwas sein statt bewusst zu fühlen, was sich gerade zeigt. Menschen wollen beliebt sein und so lehnen sie es ab, unbeliebt zu sein.
Wir entwickeln Strategien, um Ablehnung zu verhindern, um den Schmerz nicht spüren zu müssen, abgelehnt, verlassen, gemieden, ungeliebt, ungeachtet, unverstanden, ignoriert, allein oder einsam zu sein.

Wir glauben, uns das Gegenteil all dessen verdienen zu können. Die Wahrheit wird so enttäuschend wie befreiend sein. Liebe lässt sich nicht verdienen. Sie ist. Liebe ist in allem-was-ist. Sie ist in jeder Gegensätzlichkeit. Sie ist Yin und Yang.

Schau, wem Du Deine Anerkennung versagst. Schau, wann Du Dir selber Anerkennung versagst.

Weitere Beiträge von Klaus Eibach finden Sie hier.

Kommentare  
# Frank C. Hofmann 2019-03-26 14:51
Die Wahrheit ist immer enttäuschend und befreiend zugleich!
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# Sagemal Kirsten 2019-04-18 16:55
„Womit habe ich das verdient?“, fragen sich oftmals viele Menschen, die glauben Gutmenschen zu sein. In Wahrheit lehnen sie unglaublich viel im Außen ab und glauben tatsächlich, dass ihre Fülle der Ablehnung etwas Gutes sei.
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