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Am 13. November 2018 sind Ole Nydahl und Peter Riedl, Herausgeber von Ursache\Wirkung, in Darmstadt zu einem Prozess geladen gewesen. Nydahl hat ihn angestrebt, weil er über seinen Anwalt Jan Weber der Zeitschrift verbieten lassen wollte, darüber zu berichten, dass Nydahl 2016 beim Deutschlandtreffen des Diamantweges rechtsextreme Äußerungen von sich gegeben hat.

Zum Prozess ist Nydahl nicht erschienen. Die Richterin hat das bedauert. Sie wollte klären, inwieweit Deutschland als Gerichtsort für den Dänen überhaupt zuständig sei, und wird das nun in ihrem Urteil Anfang Dezember 2018 verkünden.

Kurz vor Ende der Verhandlung hat Jan Weber den anwesenden Peter Riedl noch einmal mit den Worten „Sie wissen doch selbst, dass Ole das nicht gesagt hat“ aufgefordert, die Kritik an Nydahl zu beenden. Doch Weber irrt sich. Nydahl hat nach Zeugenaussage nicht nur die ihm unterstellten Aussagen, sondern viele andere in ähnlicher Weise getätigt. Eine kleine Auswahl, wie er sich in den letzten Jahren über die Weltreligion Islam mit ihren 1,3 Milliarden Gläubigen geäußert hat, finden Sie unten.

Ganz anders positioniert sich der renommierte indische Globalisierungstheoretiker Arjun Appadurai, der an der New York University lehrt. In der österreichischen Tageszeitung Der Standard vom 7. November 2018 sagt auch er, dass ‚es ein Problem mit dem Islam gäbe‘, im Gegensatz zu Nydahl differenziert er jedoch, ‚dass dieses aber nichts mit einem etwaigen Wesen des Islam zu tun habe‘. Er zählt die negativen Tendenzen in dieser Religion auf – Puritanismus, Fundamentalismus, Wahhabismus – und beschreibt die Ursachen, die zum Teil auf den Westen selbst zurückgehen, aber auch, dass der Islam begänne, seine eigene Kritik gegen diese negativen Auswüchse hervorzubringen. Schlussendlich folgt seine wichtigste Aussage: „95 Prozent Muslime in aller Welt wollen dagegen nur in Frieden leben oder überleben.“
Eine derart differenzierte Betrachtungsweise würden sich Menschen von einem buddhistischen Lehrer erwarten, wenn er über Missstände in der Welt spricht.

Natürlich kann Ole Nydahl Ursache\Wirkung und andere Kritiker weiter klagen und so versuchen, sie mundtot zu machen. Aber es kann und wird ihm nicht gelingen. So lange er menschenverachtende Äußerungen vorbringt und unrichtige Behauptungen aufstellt, wird es Menschen und Medien geben, die dagegen ihre Stimme erheben.
Ole Nydahl schadet sich selbst und dem Diamantweg.

 

Auswahl einiger Zitate von Ole Nydahl:

„Wenn du Informationen für die größte Herausforderung unserer Generation willst, gut, andere hatten Hitler und Stalin, wir haben den Islam, nicht wahr.
Ich meine, es ist das Gleiche, es gibt immer jemanden, der auftaucht und viel Ärger macht und uns die Chance gibt, unsere Kraft, unsere Klarheit, das Lernen von Zusammenarbeit, zu entwickeln ...“
‚Stellungnahme zu meinen islamkritischen Äußerungen‘, Ole Nydahl, Valle Del Bravo, Mexiko, 15. Oktober 2018

„Wir mögen die Muslims überhaupt nicht. Also, was sie machen und die Ganze, all das Humorlose und die unterdrückten Frauen und die beschnittenen Frauen, nicht? Kein Klitoris und all das da, was da passiert und all das, nicht?“
‚Wie der Buddhismus in den Westen kam‘ – Lama Ole Nydahl“, 8. Januar 2018
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-redezeit/audio-wie-der-buddhismus-in-den-westen-kam---lama-ole-nydahl-100.html
(ab Min. 24:44)

„Ein großes Problem, was wir uns da aufgehalst haben. Die Leute hätten einfach nur den Koran lesen müssen und verstehen müssen (...) dann hätten wir vielleicht nicht so viele über die Grenze geholt oder aus dem Wasser geholt sogar.“ (lacht)
Interview Ole Nydahls durch die Nordhessen Rundschau, 2016
https://www.youtube.com/watch?time_continue=1155&v=jvTFBB7qW6Q
(ab Min. 19:15)

„Wegen meiner weltumfassenden Lebenserfahrung und meinem sehr wachen Verantwortungsgefühl gegenüber unseren westlichen Werten und Freiheiten, vor allem denen der Frauen, äußere ich mich auch immer zu der Unmenschlichkeit des Islam.“
Interview mit Ole Nydahl, aus Buddhismus Heute Nr. 49, 2011
http://buddhismus-heute.de/archive.issue__49.position__4.de.html

„Interreligiöse Projekte: Wir können teilnehmen, sollten aber nicht neben den Muslims sitzen. Wir wollen keine Verbindung mit ihnen.“
‚Fragen an Ole‘ aus ‚Protokoll Zentrentreffen‘, Hamburg, 30.-31. Oktober 2004, Seite 17

Eine ausführliche Zitatenliste finden Sie hier.

 

Kommentare  
# Karl-Gustav 2018-11-15 15:00
"Er zählt die negativen Tendenzen in dieser Religion auf – Puritanismus, Fundamentalismus, Wahhabismus..."
Ich freu mich schon auf die endlosen Kommentare von Möchtegern-Pseudoexperten die uns das jetzt hier alles haarklein erklären werden. Am besten Diamantwegs-"Buddhisten". Die zwar keinen Buddhismus können aber uns dann wenigstens was über islam erklären (das einzige was sie verstehen konnten), und wie sie irgendwen vor irgendwas schützen. Uns alle vorm Buddhismus oder irgendwas. Dann braucht niemand mehr in den Geist schauen.
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# Peter007 2018-11-19 11:33
Ich weiß nicht wie man auch nur irgendwas an Lama Ole Nydahl auszusetzen haben kann. Alles was der hier im Westen getan hat die letzten 50 Jahre ist ihm zu 100% bis ins detail vom 16ten Karmapa so aufgetragen worden. Einfach mal locker werden.
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