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Abhängigkeit darf SEIN – so wie Unabhängigkeit. Bringe beides in Dir in Harmonie oder kämpfe im Außen gierig weiter gegen die Existenz von Nichtgelingen und Misserfolg.


Jeder kann für sich herausfinden, von welchem Gefühl er abhängig ist, solange er das gegensätzliche Gefühl ständig neu verhindern will. Nicht selten wollen Menschen ein positives Gefühl ängstlich, starr und krampfhaft festhalten und so haften sie süchtig daran an. Sie verkrampfen, auch körperlich. Kampf und Krampf wollen sich erfahren, aber auch Hingabe und Loslassen.

Starre ist das Gegenteil aller gefühlten Lebendigkeit und Flexibilität. Starre zeigt sich dann auch im Körper – so wie sich jedes Gefühl im Körper spiegelt. Veränderung wird dann im Leben oft „schicksalhaft“ herbeigeführt.

Veränderung bedeutet eben auch, dass sich Gefühle verändern können. Der Verstand hat oftmals keine Macht über das Erleben des Gefühls. Erst kommt das Gefühl – dann Deine Reaktion darauf. Wenn es da ist, dann kannst Du darüber nachdenken, doch wahre Freude kannst Du nicht im Herzen erzwingen. Intensive Gefühle lassen sich nicht erzwingen, aber vorspielen.

Nach intensivem Gefühlschaos kann die Ordnung wieder kommen, aber zuerst kommt das Chaos und es erfährt sich neu durch die Ordnung, die kein fixer, verkrampfter Zustand ist.

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Nach jeder Ordnung kommt das Chaos - nach jedem Chaos die Ordnung. Der Umgang damit erfordert oftmals viel Geduld und ist eine ständige Erfahrung mit Ungeduld. Geduld und Ausdauer werden gerade dort verlangt, wo Du sie nicht hast, wo sie Dir schwer fallen. Da wird dann extrem viel Ausdauer und Schwere verlangt. Die Lernaufgaben der Liebe sind selten leicht.

Gerade derjenige, der viel emotionale Stabilität will, der wird die Instabilität möglichst meiden wollen und erfährt sie exakt dadurch. Das Leben ist ein ständiges Pendeln zwischen zwei Polen, vom Extrem zur Mitte zum Extrem zur Mitte.

Wer unbewusst nur die eine Seite des Lebens will, der lehnt ständig das Andere ab. Auch Ablehnung ist eine Sucht, die in die ständige Erfahrung von (Selbst-) Annahme mündet. Wer das Leben in Gänze annimmt, der transformiert seinen Wunsch nach Selbstliebe in die Fülle der Liebe, die alles, jede Ablehnung und jede Annahme, jedes schöne und jedes leidvolle Gefühl ist.

Wie könnte der Verstand wahrlich die Macht über die Existenz schöner oder leidvoller Gefühle haben, wenn der Mensch erst dann über Gefühle nachdenken kann, wenn er sie erfahren hat. Die Erfahrung ist immer schneller als der Verstand sie verarbeiten kann.

Wahres Verarbeiten von Erfahrungen setzt ein tiefes Verständnis eigener Gefühle voraus. Wahres Verarbeiten trägt nicht zufällig den Aspekt der Wahrheit in sich. Verarbeiten ohne wahrhaftes Verstehen ist schlichter Selbstbetrug. Gefühle loslassen oder vermeiden statt verstehen zu wollen geht an der mitfühlenden Erkenntnis der Tiefe ihrer Notwendigkeit vorbei.

Kommentare  
# Susanne LEchner 2018-04-15 20:54
Immer wieder eine Inspiration für den Start in die Woche!!
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