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Die Liebe ist der eigentliche Sinn des Lebens, den der Mensch nicht erfinden kann. Die Liebe ist, bevor der Mensch sie in seiner Fülle entdecken kann. Die Entdeckung will sich erfahren. Die Erinnerung will sich erfahren.

Die Liebe findet Dich so wie Gefühle Dich finden. Erkenntnis findet Dich. Das ist der liebevolle Tod des Egos, welches keine Macht über die Erkenntnis oder das Unbewusste hat. Transzendenz kann der polare Verstand des Menschen nicht erreichen, weil er keine Vorstellung davon hat. Transzendenz findet Dich. Auch von vielen Gefühlen hat der Mensch keine Vorstellung, bis er sie erfahren hat.

Sämtliche Ängste können bewusst ins Mitgefühl münden, wenn der Mensch die Erfahrung von Ängsten nicht mehr ablehnt, sondern annimmt. Dann kann er die Annahme sein – so wie die Ablehnung. Wie fühlt sich Annahme? Wie fühlt sich Ablehnung an? Wie wirkt sich das eine, wie wirkt sich das andere auf den Körper aus? Die jeweilige Wirkung von Gefühlen auf den menschlichen Körper ist an das Bewusstsein eigener Wahrhaftigkeit gebunden. Wer seine Gefühle bewusst lebt, der kann die Auswirkungen von Gefühlen auf seinen Körper beobachten. Die bewusste Annahme von Gefühlen ist ein bewusster Weg der Heilung (Ganzwerdung).

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Viele Menschen wollen am liebsten all ihre Gefühle und Gedanken loslassen. Beobachte, ob Du Gefühle, ob Du Mitgefühl, ob Du die Polarität, die allumfassende Liebe loslassen kannst. Der Mensch kann seine Gefühle nicht einfach loslassen, wenn die Seele will, dass Du Dich durch Mitgefühl in der Liebe erkennst. Erkenne, wer Du bist, weil Liebe ist. Mitgefühl ist die Ganzheit gefühlten und erfahrenen Lebens. Was der Mensch gefühlt hat, das weiß er, egal, was er glaubt zu sein oder nicht zu sein. Die Erfahrung des Gefühls kommt zuerst, dann kommt der Gedanke darüber.

Gefühle in allen Lebenssituationen bewusst zu erfahren, ist ein Weg zu bewusstem Mitgefühl. Wer nicht bereit ist, über sein Leben und seine Gefühle nachzudenken, der wird sich auch nicht die Mühe machen, Dich und Deine Gefühle zu verstehen. Wie innen, so außen. Fühle, wie sich Verständnis anfühlt und fühle wie es ist, sich unverstanden zu fühlen. Wahrhaftig verstanden zu werden ist Gnade. Wer sich in der Liebe erkennt, der wird auch Dich erkennen. Wer sich fühlt, der wird auch Dich fühlen können. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion, Spiritualität, Familie, Kultur, Gesellschaft, Beruf, Freizeit, Erziehung, Bildung, Musik und Sport – alles erfährt sich durch Gefühle. Und doch werten viele Gefühle als zweitrangig, unwichtig, lästig, irrational oder gar als weibliche Eigenschaft ab. So erfährt sich Abwertung.

 Gefühle sind so wenig weiblich wie Denken männlich ist.
Beides ist bei näherer Betrachtung geschlechtslos.

Ich kann von anderen Achtung und Respekt meiner Gefühle erwarten oder mich selber bewusst achten. Sich selber dann zu achten, wenn man gerade nicht auf der Sonnenseite des Lebens steht, ist deutlich schwerer als die leichte Kunst der Selbstachtung in erfolgreichen Zeiten. Die schweren Zeiten bringen deutlich mehr Mitgefühl hervor. Liebe ist die Kunst des Mitgefühls in seiner Allumfassenheit.

Viele reden von gegenseitiger Achtung und in der nächsten Sekunde kritisieren sie Dich. Sie glauben dabei oft im Recht zu sein und wollen Dich überzeugen. In Wahrheit wollen sie Anerkennung für ihre Überzeugung und sich in den Gefühlen erfahren, wie es ist, Recht zu haben, überzeugend und wichtig, ja vollkommen richtig zu sein. Der Richtige wird immer den Falschen richtigstellen (verändern) wollen. Es gibt eine Sucht nach Richtigkeit (Perfektion).

Wer davon abhängig ist, ständig richtig sein zu wollen, der erfährt sich in den Gefühlen, von denen er richtig abhängig ist. Abhängigkeit will sein – so wie Unabhängigkeit. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass es eine Gnade ist, nicht dauernd als falsch/unrichtig abgestempelt zu werden, sondern bewusst und bedingungslos geliebt zu werden. Nur wer sich selbst bedingungslos in seinen Gefühlen akzeptiert, der wird auch Deine Gefühle allumfassend akzeptieren, ja sogar verstehen können. Wer Teile seines Gefühlslebens abspaltet oder unterdrückt, der erfährt sich mit Gespaltenheit, Scheinheiligkeit und Unterdrückung. Das Unbewusste holt den Schatten, den abgespaltenen Teil dann ans Licht.

Mitgefühl ist das Verständnis der Liebe, die Ablehnung und Zuneigung ist, die jede Polarität ist.
Mitgefühl lehnt keine Polarität ab,
sondern achtet jeden Schatten als Spiegel des Lichts.

Wer Achtung von anderen erwartet statt selber bewusst die Achtung zu sein, die sich mit Missachtung und Ignoranz erfahren musste, der erfährt sich in seinen lichtvollen Erwartungen. Beobachte, wo Du selber Deine Gefühle ignorierst. Da bist Du die Ignoranz selbst. Schaue, wo Du selber Deiner Sehnsucht folgst und, wo Du entgegen Deiner Gefühle handelst. Wer gegen sein Gefühl gehandelt hat, der kann dann auch bewusst im Einklang von Denken und Fühlen leben. Desto mehr der Mensch den bewussten Einklang mit seinen Gefühlen lebt, desto wahrhaftiger wird er. Wahrhaftigkeit ist der Einklang von Denken und Fühlen.

Wer keinen Einklang lebt, der lebt im Missklang. Dieser spiegelt sich im Körper. Gefühle spiegeln sich im Körper – so wie Dein Denken. Die bewusste und heilsame Integration von Gefühlen hat eine andere Wirkung auf den Körper als wenn ich versuche, Gefühle zu vermeiden, zu verdrängen, zu unterdrücken, zu ignorieren oder loszulassen. 

Kommentare  
# Paula 2018-03-04 16:19
Einerseits ein sehr inspirierender Text - danke! Andererseits frage ich mich, ob die Liebe überhaupt ein Gefühl ist - wie es schon Erich Fromm mal angezweifelt hat - und zuletzt Colin Bear ("Die Liebe ist kein Gefühl") ... Was meint Ihr? LG Paula
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