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Der Mensch kann sich die in seinem Leben erfahrene Ablehnung als Erfahrung positiv (schön) denken. Sie fühlt sich deshalb noch lange nicht schön an.

Positives Denken dessen, was sich negativ anfühlt, ist glatter Selbstbetrug und steht einer bewusst gelebten Wahrheit des Gefühls entgegen. Anders und positiver zu denken bedeutet nicht automatisch, sich auch anders (schöner und besser) zu fühlen.

„In echten oder wahren Gefühlen zu denken“ 
statt zwanghaft positiv sein zu müssen
ist ein Weg zu bewusstem Mitgefühl.

Es ist leichter, das Gefühl, welches man ablehnt, bewusst in sich als Teil seines Mitgefühls anzunehmen, als ständig (süchtig und allergisch) dagegen anzukämpfen. Jeder Kampf im Außen ist ein Kampf in Deinem Innern, den Dir auch Dein Körper widerspiegelt. Gefühle können ein wichtiger Schlüssel zur Heilung von Krankheiten sein. Dann ist die Seele selbst der Schlüssel. Gefühle sind keine zufällige Sprache der Seele. Bekämpfe Deine Gefühle oder achte sie bewusst als Teil Deines Mitgefühls. Beides wirkt sich unterschiedlich, auch auf den Körper aus.

Kampf ist immer das Gegenteil inneren Friedens. Kampf kostet Kraft. Frieden gibt Kraft. Kraft ist ein Gefühl – so wie Kraftlosigkeit. Wie könnte der Mensch Kraft und Stärke schätzen lernen, wenn er nicht selber auch Schwäche, Antriebs- und Kraftlosigkeit erfahren würde?

Wer meint, er habe seine Gefühle unter Kontrolle, der wird dann anders denken, wenn er Kontrolllosigkeit erfährt und von Gefühlen eingeholt wird, die er doch zu kontrollieren glaubte. Das süchtige und ängstliche Verlangen des Egos nach Kontrolle ist das Gegenteil allumfassenden Vertrauens. Nicht mal den Atem hat der Mensch unter Kontrolle, weil er geschieht. Im Atem liegt Wahrheit. In Gefühlen liegt Wahrheit. Auch Gefühle geschehen. Es ist ein Unterschied, ob ich Gefühle mit all ihren Intensitäten selbst erfahre oder nur darüber rede. Es ist ein Unterschied, ob ich einen Unfall sehe oder selber die Gefühle der Folgen eines Unfalls erleide. Wer persönlich betroffen ist, der erkennt, dass auch Betroffenheit ein Gefühl ist, welches der Mensch wahrnehmen, aber nicht steuern kann.

Es ist ein Unterschied, ob ich Schmetterlinge im Bauch selber erfahren habe oder nur darüber lese. Es ist ein Unterschied, ob ich Panik- oder Angstattacken, Aggression oder Depression selber erfahre oder als Außenstehender darüber richte. Es ist ein Unterschied, über Sex in der Theorie zu reden oder ihn praktisch zu haben. So ist es mit allem im Leben. Was der Mensch erfahren hat, das weiß er. Dann kennt er das Gefühl dieser Erfahrung, welches bewusst in sein Mitgefühl einfließen kann.

Mitgefühl ist dann innere Authentizität.

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Mitgefühl bedeutet, das Leben mit-zu-fühlen, das Unangenehme wie das Angenehme. Mitgefühl wird gerade dort begründet, wo das Leben weniger angenehm ist. Wer seine Augen vor dem Unangenehmen oder Negativen verschließt, der verschließt sein Herz (Mitgefühl). Braucht eher das Positive oder das Negative unser Mitgefühl?

Mitgefühl ist der Sinn des Lebens, wenn der Mensch sich nicht zufällig in Gefühlen erfährt. Der Mensch kann dem Leben einen Sinn geben, doch Gefühle geben dem Leben längst einen Sinn, bevor der Mensch den tieferen Sinn seiner Gefühle und den des Mitgefühls erkennt. Viele Gefühle fallen dem Menschen zu, die er gar nicht will. Er kann dann sein zukünftiges Leben ängstlich auf Vermeidung dieser Gefühle ausrichten. So erfährt sich die Strategie der Vermeidung.

Das Vermeidbare wird sich ständig durch das Unvermeidbare erfahren. Der Geist, der nur das eine will, der lehnt mit gleichem Geist das andere ab und schöpft dadurch Ablehnung. Hass ist das stärkste Gefühl der Ablehnung. Siehe das, was andere hassen oder siehe das, was Du selber alles an Dir und anderen ablehnst.

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