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Wer davon abhängig ist, dass andere ständig Erwartungen und Ansprüche erfüllen müssen, der ist voller Abhängigkeit und Zwang. Diesen Zwang (Druck) übt er auf andere aus. Zwang und Druck sind Gefühle. Wer will ständig gezwungen oder erdrückt werden?

Wer sich nicht darüber klar ist, wie sich Erwartungen und Süchte anfühlen, der wird auch nicht spüren, wie Du Dich fühlst, wenn Du mit Erwartungen überhäuft wirst.

Oftmals erkennen Dich Menschen nur dann an, wenn Du ihre Erwartungen erfüllst. Solange Du funktionierst, solange passt Du ins System. Das bedeutet noch lange nicht, dass sie Dich auch mögen. Wie fühlt es sich an, ständig funktionieren zu müssen, angepasst oder unangepasst zu sein, mal mehr, mal weniger gemocht zu werden? Alles ist auch in Dir und darf sein. Sympathie spiegelt sich ständig in der Antipathie, jede Neigung trägt den Schatten der Abneigung, jedes Interesse erfährt sich durch die Tiefen notwendigen Desinteresses. Nichts davon ist falsch, wenn es gefühlt wird.

Erwartungen lösen Gefühle aus, angenehme wie unangenehme. Fühle, was angenehm oder unangenehm für Dich ist. Fühle, was ständige Kritik mit Dir und anderen gefühlsmäßig macht, wenn Du sie äußerst oder empfängst. Es kommt nicht darauf an, wie Du etwas sagst. Es kommt darauf an, was Du bei Deinen Worten tatsächlich empfindest, welches Gefühl Du mit Deinen Worten ausdrückst. Schau, was Du empfindest und schau, was der andere empfindet. Empfindungen und Empfindlichkeiten wollen Sein.

Nicht wenige kritisieren andere, um sie schlecht zu machen, damit sie selbst in besserem Licht erscheinen können. Die Erniedrigung des einen dient oftmals der Erhöhung des anderen. Viele müssen die Zufriedenheit anderer zerstören, um selber zufriedener sein zu können. Der Bessere braucht ständig den Schlechteren, der Unterschied braucht ständig den Vergleich. Menschen, die nicht mehr vergleichen oder nicht mehr bewerten wollen, bewerten ständig die Bewertung, weil sie ohne Vergleich niemals etwas erklären oder erfahren könnten. Selbst die Non-Dualität braucht die Dualität als Spiegel. Transzendenz vereint alles und ist die Nichtvereinigung selbst.

Viele widersprechen anderen schon aus Prinzip, weil sie der ständige Widerspruch sind, den sie in sich noch nicht gelöst haben. Der Meckerer will sich erfahren. Die Opposition will sich erfahren. Die Gegnerschaft will sich erfahren. Der innere Kritiker wird sich im Außen erfahren, bis der Mensch sich selbst in seiner eigenen Unvollkommenheit gänzlich annimmt.

Der Annahme im eigenen Innern entspricht die Annahme im Außen. Harmoniesüchtige pflegen lieber die Zustimmung statt ständig im Widerstand zu sein. Beobachte, ob es eine Disharmonie gibt zwischen dem, was Du denkst und dem, was Du fühlst. Fühle, ob Dir eher nach Zustimmung oder Widerstand zumute ist. Der Angepasste erfährt sich ständig neu durch den Unangepassten, der Schweigende durch den Redner. Das Gefühl will eines Tages Wahrhaftigkeit.

Dein Gefühl sagt Dir ständig, womit Du Dich wohler oder unwohler fühlst. Vereine Wohlsein und Unwohlsein in Dir. Beides wird immer sein. Du kannst andere ständig für etwas verantwortlich machen oder das Problem in Dir lösen. Jedes Problem erfährt sich durch Gefühle. Die Lösung findest Du immer in Dir. Frieden findest Du in Dir.

 
Kommentare  
# Ernst Thomas 2018-01-25 20:46
Die Beiträge im Blog gefallen mir besonders: Sie fühlen sich persöhnlicher an, als würde man direkt mit der Person sprechen!
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