Blog

Oft werde ich gefragt: Hast du keine Träume? Gemeint sind damit immer die irdischen Wünsche. Lebe deine Träume, werden wir von der Werbung aufgefordert, die uns zum Konsum verführen möchte.

Natürlich gäbe es da welche, aber wenn ich sie mir nicht erfüllen kann, hat das seine Gründe und es hilft wenig, sich deswegen zu grämen. Immaterielle Wünsche habe ich viele: Gesundheit, Weltfrieden, gesunde Nahrung für alle, Freiheit, die Abwesenheit von Hass, Gewalt und viele, viele, viele andere – die Liste ließe sich lange fortsetzen. Bleiben sie Träume, geträumt, so lange die Menschheit existiert? Oder müssen wir nur fest an sie glauben, damit sie eines Tages Wirklichkeit werden? Aber sie verblassen immer wieder, treten zurück hinter alltäglichen Dingen. Und da gibt es die anderen. Die Albträume, aus denen wir gerne erwachen, uns glücklich schätzen, dass alles nur ein schlechter Traum war.
Und es gibt schöne Träume, in denen wir uns geborgen und geliebt fühlen. Sie können tief in den Alltag hineinreichen, unser ganzes Wesen erfüllen und ähneln doch schillernden Seifenblasen, die gar nicht anders können, als schließlich zu zerplatzen.
Dann stehen wir da, mit unserem Traum …

Einst hatte ich einen Traum,
aus dem ich jäh erwachte.
Es war ein wunderschöner Traum!
Unwiederbringlich vorbei, nach dem Erwachen.
Ich wurde nicht gefragt,
ob ich erwachen wollte.
Nein, es ist einfach geschehen!
Wenn ich will, kann ich den Traum
zurück ins Gedächtnis rufen.
Doch er wird sich verändern.
Immer wieder erneut,
bis ich selbst nicht mehr weiß,
wie er ursprünglich gewesen ist.
Meine Erinnerung an ihn wird sich verändern,
lückenhaft werden.
Ich werde Dinge hinzufügen,
die es gar nicht gegeben hat.
Anderes, Wichtiges vergessen.
Jeden Tag ein wenig mehr.
Bis ich ihn eines Tages nicht mehr erinnern kann, meinen Traum.
Mich fragen werde, ob er überhaupt existiert hat ...
Denn die Eigenschaft eines Traumes
ist seine Nichtexistenz im erwachten Zustand.
Und doch hinterlässt er etwas in mir …
Eine Ahnung, von dem, was sein könnte!


Kommentar schreiben