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Die Kritiker der Schwachen wären innerlich stark, wenn sie den Schwachen achtsam im Geist beistehen, statt Schwäche abzulehnen. Kritik ist eine Sucht und Ausdruck von Sehnsucht.

Geistige und materielle Unterstützung der Schwachen will sich bewusst aus der inneren Freude ihrer Existenz erfahren. Auch die eigene Schwäche will sich erfahren – so wie die Stärke.
Es ist ein steinzeitliches Gedankenmuster, dass der Mann stark sein muss und eine Frau schwach sein darf. Ich kann allen Menschen Schwäche zugestehen, dann bin ich das Zugeständnis selbst. Aber ich muss es mir eben auch selbst zugestehen, zu mir stehen, zu meinen eigenen Schwächen und den eigenen verletzlichen Gefühlen stehen. Die Schwäche selbst ist ein Gefühl – so wie der Mensch auch Kraft fühlen kann.
Wer stark zu sein hat oder immer stark sein will, der ist es gerade nicht, denn er will es ja sein. So erfährt sich sein beständiges, sein süchtiges Wollen. Wollen begründet eine ständig neue Abhängigkeit von einem Ergebnis (Erfolg). Es ist die Sucht nach Erfolg und Anerkennung, die sich ständig neu, eben auch durch das Streben nach Stärke und Wertschätzung erfährt. Stärke als Wert statt der Wahrhaftigkeit des eigenen Gefühls.

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Sind Gefühle (eigene) anerkannte Werte, wahre innere Werte?
Wahre Stärke hat immer auch mit der Wahrhaftigkeit eigener Gefühle zu tun. Wer seine Gefühle ignoriert, der sät Ignoranz, aber nicht Wahrhaftigkeit.
Es gibt eine innere Stärke, die inneres Gleichgewicht hervorbringt und dem Einklang von Denken und Fühlen entspricht. Stärke ist dann kein süchtiger Kraftakt mehr. Schwäche im sich ständig bewegenden Fluss universeller Harmonie ist immer auch Stärke. Das eine wird zu dem anderen, wenn der Mensch beide Pole bewusst in sich vereint.
Wer sich bewusst in den Tiefen seiner Schwächen erfährt, der braucht verdammt viel Stärke. Wer in sich geborgen ist, der ist mit seinen Tiefen und Höhen im Frieden. Wahrer Frieden benötigt und vereint Gegensätze.

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