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Bewusstsein: Wer etwas erleben will, muss Schlangenbeschwörer werden. Die Kundalini-Energie wird nicht nur durch spirituelle Einsicht, sondern auch durch diverse körperliche Praktiken erweckt.

Der bekennende Kundalini-Yogi Russell Brand hat seinen ganz eigenen Stil, die Wirkung davon zu beschreiben: „Kundalini-Yoga wirkt wie Crack (…) Drogen sind nur eine billige Imitation im Vergleich zu der friedvollen, inneren Euphorie, die du von Kundalini bekommst.“
In unterschiedlichem Ausmaß kann man die Kundalini-Energie nach meditativen Übungen spüren, wenn positive mentale und körperliche Zustände unseren Körper durchfluten. Hier haben wir alle hin und wieder kleine Kundalini-Schübe. Ein Gefühl von Leichtigkeit, Wohlbefinden und ‚Problemlosigkeit‘ stellt sich ein. Ein Zustand mit akuter Suchtgefahr.
Die Schlange ist wach, und nun?
Durch das Erwecken der Kundalini-Schlange kann sich die Blockade zum Hauptenergiekanal des Körpers öffnen. Der Schlangenkopf riegelt nämlich den Eingang dazu ab. Im schlafenden Zustand steckt er im Eingang zum Kanal fest. Einmal erwacht, wandert die Schlange je nach Erkenntnisstadium weiter aufwärts entlang der Wirbelsäule Richtung Kopfkrone und entrollt sich Stück für Stück aus ihrer 3 ½-fachen Umwicklung. Die Aktivierung der Chakren (Energiewirbel), welche sich auf diesem Weg entlang der Wirbelsäule befinden, dient daher vor allem dem ungehinderten Aufstieg der Kundalini-Energie und dem freien Fluss von Prana in unserem Zentrum anstatt in der Peripherie (siehe oben: Bewegung von außen nach innen). Die Kundalini-Schlange energetisiert die Chakren und hat bei jedem der zumeist mit 6-7 bezifferten Chakren eine Art Endgegner wie Supermario zu besiegen. Dieser drückt sich in Form verschiedener Persönlichkeitsaspekte aus, die harmonisiert werden sollen. Dazu gehören beispielsweise Themen wie Erdung im Leben, Umgang mit dem Ego, die Fähigkeit, zu lieben oder sich auszudrücken.
Im höchsten Stadium der menschlichen Potenzialausschöpfung erfährt der Mensch vollkommene Freiheit und Grenzenlosigkeit. Die Kundalini-Schlange teilt dann ihre Geheimnisse über ein erfülltes Leben und ihre Rezepte der Glückseligkeit mit uns.

Warum die Heiligtümer eines sicheren Lebens zu Ruinen machen, nur um dem Ruf der Kundalini zu folgen?
Man kann ja über Lebensziele und Lebenssinn individuell sagen, was man will, aber es gibt da ein Ziel, welches sich zu teilen lohnt: sich mit sich selbst anzufreunden. Dafür kann man nie genug Energie aufwenden. Tun wir das nicht, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass jemand anderer es tut.
Dies ist wiederum nur möglich, wenn unsere inneren Energien entspannt fließen können und wir zu bewussten Menschen werden. Wenn wir zu angespannt sind, um auch einmal unbequeme Wege der Selbstreflexion zu gehen, ist es durchaus sinnvoll zu hinterfragen, ob wir unsere Energien nicht an den falschen Baustellen einsetzen.
Das Aktivieren der Kundalini-Energie schenkt uns Freiheit. Eine Freiheit mit uns selbst (Sanskrit: samadhi), zu der wir stets eine tiefe Sehnsucht spüren. In uns gibt es köchelnd oder brennend die wilde Entschlossenheit, die Verantwortung für unser Leben zurückzugewinnen und damit das ganze Farbspektrum unseres inneren Regenbogens zu entdecken. Unser immerwährender Drang nach Selbstverwirklichung und Sinnfindung leitet uns häufig auf den Weg des Bewusstwerdens und damit näher zur Kraft der Kundalini. Den stets wiederkehrenden Ruf nach dem Leben kann man zwar unterdrücken, aber so ganz verschwinden wird er nie. Je weniger wir die Kraft zur Entfaltung unserer Freiheit ausschöpfen, desto lauter schnarcht die Schlange und lockt uns damit aus unserer langweiligen und dunklen Höhle ans Licht.
Die meisten Menschen bleiben dennoch lieber mit ihrem Flugzeug am Boden. Dort ist es zwar bequem, weil es Parkplätze gibt, aber die rauschenden Feste finden über den Wolken statt. Ist man einmal in die Lüfte des Bewusstseins abgehoben, gibt es kein Zurück. Daher schaffen nur die Mutigen und Lebenshungrigen den Aufstieg in die Sphären der Freiheit. Alle anderen merken spätestens zum Lebensende, dass sie noch nie die ganze Schönheit des Himmels mit ihren eigenen Augen gesehen haben. Alles okay, solange sich niemand beschwert.

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