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Verlassen werden, Verlassen sein, Vernachlässigen, Im-Stich-lassen, Trennungen, Einsamkeit, Leere, Gelassenheit, (Gott-) Verlassenheit, Geborgenheit... Alles will sich im Spiegel des Lichts heilsam erfahren.

Wenn sich der Mensch vernachlässigt fühlt, dann ist dies schon die erste Stufe der Verlassenheit. Unzuverlässigkeit und Im-Stich-Lassen sind weitere Formen der Verlassenheit. Da lässt Dich jemand auch nur kurze Zeit im Stich und schon erfährt sich der Nadelstich. Nadelstiche sind Verletzungen (Enttäuschungen). Die Schatten des Menschen verletzen uns, solange wir sie unbewusst ablehnen. 

Unzuverlässige Menschen lösen mit ihrer Unzuverlässigkeit die Sehnsucht des Menschen nach Verlässlichkeit aus. Der Mensch, der sich unbedingt auf jemanden verlassen will, der fürchtet unbewusst den Schatten einer jeden Verlassenheit.

Schatten wollen geheilt, ins Licht geholt werden. Auch das ist Lichtheilung. Schatten werden bewusst zu Licht transformiert, wenn sie intensiv gefühlt werden. Das ist die Wandlung im Herzen.

Vernachlässigen ist der schattige Seelenanteil sonniger Fürsorge, wenn andere sich nicht so rücksichtsvoll und achtsam kümmern, wie Du es erwartest oder wie andere es von Dir erwarten. Es sind unrealistisch sonnige Erwartungen, die sich ständig neu, mit Licht und Schatten (Enttäuschung) erfahren. Sie sind insofern illusorisch, solange Du glaubst, das Licht könne sich jemals ohne den Schatten erfahren, das Positive könne jemals ganz ohne das Negative existieren, der Pol brauche keinen Gegenpol und Yin bräuchte kein Yang. Alles erfährt sich durch Gegensätzlichkeit.

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Die Polarität kannst Du akzeptieren oder ablehnen. Ablehnung bedeutet Kampf. Bewusste Akzeptanz bedeutet Ganzwerdung, inneren Frieden und Gelassenheit.

Du kannst Dich viel und Du kannst Dich wenig kümmern, mal um Dich, mal um andere, mal mehr, mal weniger. Alles ist vollkommen. Auch das wenige ist immer vollkommen im gegensätzlichen Spiegel dessen, was aus der Sicht anderer ungenügend, ausreichend oder viel zu viel ist.

Wer ständig richtig sein will und sich demnach auch immer perfekt kümmern und niemanden im Stich lassen will, der ist getrieben von seiner Sucht nach Perfektion und Anerkennung für seine Nächstenliebe. Sucht ist keine Nächstenliebe, sondern Selbstsucht. Viele Menschen lassen sich lieber oftmals selber im Stich, bringen Selbstliebe und Nächstenliebe nicht in Ausgleich.

So lassen sich viele Menschen selbst im Stich, bis sie bewusst ihrer Freude folgen, sich um Gott und die Welt kümmern zu können. Dann lassen sie ihre eigene Lebensfreude auch nicht im Stich. Sie brauchen den anderen, um sich im „Kümmern“ erfahren zu können.

Der Mensch kann sich ängstlich und er kann sich freudvoll kümmern. Er kann bewusst den Archetyp des Kümmerers leben oder der Archetyp lebt ihn. 

 

Kommentare  
# Heidi Kubitza 2017-08-13 11:56
schön
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