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Insekten dienen nicht nur Tieren, sondern auch vielen Menschen als Nahrungsmittel. Weltweit nehmen bereits mehr als zwei Milliarden Menschen in über 130 Ländern Insekten als Teil ihrer traditionellen Nahrung zu sich – vor allem in den tropischen und subtropischen Gebieten Süd- und Mittelamerikas, Afrikas, Süd- und Ostasiens.

Die am häufigsten verzehrte Insektenordnung der Welt sind Käfer. Bei diesen werden vor allem die Larven, aber auch die Imagos gegessen. Am zweithäufigsten werden Schmetterlinge verspeist, hier fast ausschließlich die Raupen. Am dritthäuftigsten werden die Larval- und Puppenstadien von Bienen, Wespen und Ameisen als Nahrungsmittel genutzt.

Laut Prognosen wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 8,1 bis 10,6 Milliarden Menschen ansteigen. Die Nachfrage nach tierischen Proteinen wird sich um 70-80% erhöhen. Die Zahl der Schlachtungen hat in Deutschland bereits enorme Ausmaße angenommen: Täglich werden hier 2.160.787 Tiere für die Fleischproduktion getötet. Dieses Beispiel zeigt, dass es mit einer Intensivierung der industriellen Landwirtschaft vermutlich nicht getan sein wird, um in Zukunft eine gerechte und nachhaltige Ernährung der Menschheit sicherzustellen.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind viele Insektenarten traditionellen Nutztieren ebenbürtig und ihnen in einigen Punkten sogar überlegen (zum Beispiel in ihrem Energie- und Proteingehalt). Die Welternährungsorganisation (FAO), der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé und viele unabhängige Studien sehen in Insekten großes Potenzial, um sich als nachhaltiges Nahrungsmittel der Zukunft zu etablieren.

In Deutschland erschweren vor allem rechtliche und psychologische Faktoren die Einführung und die Akzeptanz von Insekten als Nahrungsmittel. Mehr Forschung in den Bereichen der Ernährungspsychologie und Biologiedidaktik und die daraus resultierende Entwicklung von Bildungsangeboten im Sinne einer nachhaltigen Ernährung sind bei uns notwendige Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Einführung und Etablierung von aus Insekten gewonnenen Nahrungsmitteln.

Vor allem muss für eine höhere Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln aus Insekten gesorgt werden, zum Beispiel durch klar geregelte Zulassungsverfahren und finanzielle Unterstützung von Start-up-Unternehmen. Nur wenn es qualitativ hochwertige und ansprechende Nahrungsmittel aus Insekten zu kaufen gibt, kann man auch positive Geschmackserfahrungen machen.

Wer auf den ‚Geschmack‘ gekommen ist, sollte eines der folgenden Insekten-Kochbücher ausprobieren:
• C. Bärtsch, A. Kessler, Grillen, Heuschrecken und Co.: Kochen mit Insekten – Grundlagen, Rezepte und Hintergrundinformationen. AT Verlag, Aarau, 2016.
• F. Damman, N. Kuhlenkamp, Das Insekten-Kochbuch. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart, 2015.
• S. Radia, N. Whippey, Exotische Köstlichkeiten: Das ultimative Insektenkochbuch. Landwirtschaftsverlag Münster, Münster, 2017.

Dr. Akuma Saningong
Vortragsredner, Motivationstrainer und Naturwissenschaftler

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