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Viele wünschen sich in einer Liebesbeziehung die ständige Erwiderung ihrer Gefühle. Dabei sind Gefühle so vielfältig wie die Liebe selbst. Nur durch die Existenz der Nichterwiderung kann die bewusste Freude an der Erwiderung von Gefühlen überhaupt erfahren werden. Wer sich zutiefst nach Erwiderung sehnt, der hat auch die Nichterwiderung gefühlt.

Was in einer Beziehung funktioniert erfährt sich durch das, was nicht funktioniert. Was im Leben gut funktioniert, das kann sich nur durch das erfahren, was schlecht oder gar nicht funktioniert. Dann funktioniert auch ein Gefühl nicht. Dabei funktioniert es, aber der Mensch will es nicht. Wollen und Nicht-Wollen erfährt sich immer wieder neu durch Sein und Nichtsein – bis der Mensch wahrhaftig ist.

Menschen, die sich lebenslang in Beziehungen binden, versprechen sich dies für gute und für schlechte Zeiten. Diese erfahren sich durch gute und schlechte Gefühle. An die positiven Gefühle klammert sich der Mensch. Dieses will er dann am liebsten besitzen. Doch welches Gefühl lässt sich wahrhaftig besitzen, festhalten oder dauerhaft garantieren? Oder sind Gefühle ständig im Fluss ?

Wenn Menschen glauben, schöne Gefühle festhalten oder unliebsame Gefühle loslassen zu können, dann können sie immer nur ein Gefühl loslassen, welches schon längst da ist. Also ist das erfahrene Gefühl immer schneller als der Verstand darüber nachdenken kann. Manch unbeliebte Gefühle bleiben länger und kommen öfter als dies einem lieb ist. Gefühle, die der Mensch nicht anschalten kann, die kann er auch nicht wahlweise ausschalten. Gefühle, die erfahren werden wollen, die kommen von allein. Sie kommen und gehen im Einklang mit den Lernaufgaben des Menschen.

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