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Der ‚Equal Pay Day‘ wurde dieses Jahr in Österreich am 11. Oktober erreicht. Das bedeutet, dass seitdem Frauen – statistisch gesehen – bis zum Jahresende gratis arbeiten.


Am ‚Equal Pay Day‘ haben Männer bereits jenes Einkommen generiert, für welches Frauen noch bis zum Ende des Jahres arbeiten müssen. Dieser Tag findet zwar – im Vergleich zum Vorjahr – um einen Tag später statt, doch trotz dieser minimalen Verbesserung beträgt der Gehaltsunterschied in Österreich bei Vollzeitbeschäftigung 22,4 Prozent. Somit müssen Frauen – statistisch betrachtet – in Österreich um 82 Tage länger arbeiten, um auf das gleiche Einkommen wie Männer zu kommen. Die größte Differenz innerhalb Österreichs gibt es übrigens in Vorarlberg, da beträgt der Unterschied 30,8 Prozent.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist leider somit auch in Österreich im 21. Jahrhundert keinesfalls noch Realität.
Die Ökonomin Alyssa Schneebaum gibt folgende Gründe dafür in einem Interview mit der Tageszeitung ‚Der Standard‘ an: „Ein großer Teil der Gehaltsdifferenz zwischen Frauen und Männern ist maßgeblich dadurch getragen, dass in Österreich mehr Frauen Teilzeit arbeiten als Männer. In dieser Hinsicht ist die Differenz keine Frage von Gleichstellungspolitik, sondern von Rahmenbedingungen, die weniger Möglichkeiten für Vollzeitarbeit bieten. Das Fehlen von Kindergartenplätzen und ganztägigen Betreuungseinrichtungen in vielen Regionen in Österreich ist ein weiterer Faktor, der dazu beiträgt, dass Frauen weniger bezahlt bekommen: Sie wenden mehr Zeit für Versorgungsarbeit auf und weniger für bezahlte Arbeit.“ (Der Standard, 11. Oktober 2016)

Und wer glaubt, dass es bei unseren deutschen Nachbarn viel besser aussieht, der irrt. Dort liegt der Lohnunterschied bei 21 Prozent, also nur minimal besser als in Österreich. Vielleicht sollten wir uns an der Schweiz orientieren, dort beträgt der Unterschied 15,1 Prozent, was aber letztendlich auch immer noch zu viel ist. Ich frage mich, wann es endlich so weit sein wird, dass es tatsächlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit gibt?

Kommentare   

# Esther Margaretha Re 2016-10-27 11:53
In der Schweiz ist es nur wenig besser!
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