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Ein lieber Freund von mir hatte jahrelang zwölf Stunden pro Tag gearbeitet und sein gesamtes Selbstbild über Erfolg, Leistung und Anerkennung im Beruf definiert. Eines Tages konnte er morgens seine Kaffeetasse nicht mehr halten und mehr schlecht als recht auf beiden Beinen stehen. Ein Zustand, der ihm Respekt vor dem Leben einflößte.

Völlig überarbeitet und ausgebrannt, nahm sein Blutdruck im wahrsten Sinne schwindelerregende Ausmaße an. Sein Ehrgeiz wurde – gegen seinen Willen – in die Knie gezwungen und sein Lebensstil zum Feind. Eine grundlegende Veränderung musste her. Ärzte rieten ihm zu verschiedensten Therapien und verschrieben starke Medikamente. Doch derselbe Eifer, der ihn in diese Misere geführt hatte, befreite ihn auch aus ihr. Immer schon hatte er eine sehr ausgeprägte Willenskraft. So auch in dieser Lebensphase. Er beschloss, auf Medikamente zu verzichten und neue Wege zu beschreiten. Er blickte seinen Ängsten und Verhaltensmustern ins Gesicht und gestand sich ein, dass sein früherer Ehrgeiz ein Geiz nach Ehre war. Sich extrem verausgabend und überfordend, wollte er sich stets etwas beweisen. Er entschied sich nun gezwungenermaßen für einen Lebenswandel, stellte seine Ernährung um und meldete sich zu einem Yoga- und Meditationskurs an – etwas, woran er früher keinen Gedanken verschwendet hätte. Von diesem Moment an übte er sich täglich konsequent und diszipliniert darin, völlig neue Kompetenzen zu erwerben: Entspannung, Körperbewusstsein, Innenschau und Meditation. Nach und nach entwickelte er ein Feingefühl für sich und sein Leben. Mit der Zeit erkannte er in Stresssituationen immer früher, ob sich Nacken und Bauchregion verkrampften, die Atmung flacher und unrhythmisch wurde oder spezifische Gedanken und Gefühle ihn zur inneren Unruhe trieben. Sein über Jahre andauernder Stress entpuppte sich letztlich als irrsinniger Versuch, dem Leben zu sagen, wo es langgeht. Doch es kam umgekehrt. Denn wenn es das Leben will, sagt es ganz plötzlich: „Schluss!“ Seinen Fleiß hat mein Freund beibehalten, wenngleich sich eine essenzielle Demut hinzugesellt hat. Zwei Qualitäten, die ihn heute zu einem integren Menschen und inspirierenden Meditierenden machen. Er ist ein Vorbild, wie wir an den Hürden des Lebens wachsen und unsere scheinbaren Schwächen zu wahren Geschenken werden können.

Tipp: Viele Gründe können uns zur Meditation bewegen. Die Stressbewältigung ist einer davon. In Peter Riedls Herbstkursen ‚Meditation im Alltag I & II‘ erfahrt ihr, neben vielen weiteren spannenden Aspekten der Meditation, wie der Umgang mit Stress gelingt. Nähere Informationen und Anmeldung hier.

Die besten Gründe meditieren zu lernen: Stressbewältigung, emotionale Bewusstheit, Probleme lösen, Gelassenheit, Lebenslust uvm.

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