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Der Buddhismus gilt gemeinhin als ein friedlicher, fast schon gutmütiger Glaube – und doch gibt es auch hier schwarze Schafe. Leider. So werden etwa die thailändischen Klöster momentan von einer Reihe von Skandalen erschüttert: Korruption, Spendenunterschlagung, Drogen und Sex.


Während die Mönche in den Tempeln singen und beten, warten draußen vor der Tür Polizisten. Sie haben einen Haftbefehl gegen den Abt in der Tasche, wegen Unterschlagung, Betrug und Geldwäsche. Doch nicht nur die Polizei befindet sich vor dem Tempel, sondern auch Anhänger, die sich zu Hunderten versammelt haben und nichts von den Straftaten des Abtes wissen wollen. Der Abt, Phra Dhamachaya, ist für seine Anhänger eine Art Heiliger: „Es geht um Glück, das Glück tief in mir drin, das erreiche ich durch Meditation. In diesem Tempel geht es um Meditation – und sonst nichts“, so ein Gläubiger.
Doch während viele Menschen versuchen, den Abt zu schützen, hat dessen Gier unzählige Familien ins Elend getrieben. Manche hatten ihm ihr gesamtes Vermögen anvertraut, welches dieser dann für Korruptionszwecke, Geldwäsche, Trunkenheitsunfälle mit Luxuskarossen und Sexaffären ausgab. Die Liste der Skandale ist lang und erstreckt sich über mehrere Jahre. Auch der bekannte Tigertempel, in welchem die Mönche diesen Tieren Zuflucht boten, diente größtenteils als profitable Anlagequelle. Tigerprodukte werden in Thailand für ihre Heilkräfte geschätzt, da solche aber offiziell verboten sind, werden sie teuer auf dem Schwarzmarkt verkauft. Ein ähnliches Schicksal erlitten wohl viele der Tiger im Tigertempel.
Obwohl die Polizei samt Haftbefehl vor dem Tempel steht, wird der Abt jedoch nicht in Gewahrsam genommen. Die Staatsmacht möchte sich nicht mit einer Macht anlegen, die größer und stärker ist als sie selbst: Buddhas Lehre von der Suche nach Erleuchtung. Diese Angst stößt vor allem im Westen auf Unverständnis.
Man darf jedoch nicht vergessen, dass es sich hier um ein menschliches Problem handelt und nicht um ein religiöses. Denn in jeder Religion findet man gute und schlechte Menschen.

Kommentare  
# Ines Chalkley 2016-08-01 08:35
Ist doch klar. Nicht umsonst verlangt der Starke nach dem Einklang, der Schwache nach der Lust, der Idiot nach der Habsucht und der Dumme nach Leichtsinn. Buddhisten sind Menschen, die entweder gute, oder schlechte Buddhisten sind. Wie der Buddhismus in den Einklang gebracht wird, liegt nur an den Meschen, die sich entsprechend verhalten. Was daraus entsteht, liegt ebenfalls an den Meschen. So wird es auch im Buddhismus beschrieben. Es heißt ja nicht, daß der Mensch gleich gut ist, nur weil er in ein Kloster geht. Es liegt alles in unserer Hand und nicht daran, was wir anprangern.
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# Stefan Miltenberger 2016-08-01 08:36
Über alle Schichten, Länder und Kulturen hinweg sind alle Menschen gleich schwach. Das ist menschlich anderes wären wir ja göttlich oder perfekt.
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# Daddi Bahmani 2016-08-01 08:36
nicht nur in thailändischer klöster...
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# Sylvia Václav 2016-08-01 08:36
Wo Menschen sind, menschelt's ... ;)
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# Feelings and emotion 2016-08-01 08:37
Es gibt nur ein Ideal auf der Welt: DU!
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# Charly Biehl 2016-08-01 08:37
In den thail. Tempeln ist nicht alles Gold was golden glänzt.
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