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Eine harmonische Körper-Haltung spiegelt eine beglückte Geistes-Haltung wider – darüber sind sich Wissenschaft und Yoga einig. Sitzen wir mit nach vorne fallenden Schultern und angespanntem Nacken da, werden wir uns auch wie ein graues Mäuschen fühlen.

Im Yogasutra von Patanjali* finden wir nur ein kurzes Statement zur dritten Stufe des Yogaweges:

 

„Asana, die Körperposition, ist stabil und entspannt.“

 

Sie gibt dem Körper Festigkeit, wenngleich die physische Anstrengung auf ein Minimum reduziert werden soll. Während im Sport oft der Muskeltonus im Vordergrund steht, ist es im Yoga trotz teils sehr anspruchsvoller Positionen wichtig, bestmögliche Entspannung in die Übung zu bringen. Das ermöglicht es, den Energiefluss zu spüren und die meditative Dimension der Asana zu erfahren. Hier liegt der wesentliche Unterschied zu Gymnastik und Akrobatik. Indem wir dem Körper ‚Stabilität‘ geben, weigern wir uns, uns den Launen des Körpers zu unterwerfen. Wir trainieren ihn für einen höheren Zweck. Gleichzeitig erlaubt die bewusste Entspannung mehr, als den bloßen Körper zu erleben. Asana ist also eine Vorbereitung und Ergänzung zur Meditation. Auch in der Meditation lernen wir Stabilität und Entspannung – im Sinne von geistiger Konzentration und Gewahrsamkeit. In der hathayogischen Literatur findet man allerlei Namen für die Yogaasanas – vom Helden über den Löwen bis hin zum Lotus. Die eigentliche Übung besteht in der Erweckung und Kontrolle von Bewusstseinszuständen. Ziel ist, über das allzu menschliche und alltägliche Bewusstsein hinauszuwachsen und für einen Augenblick den Mut eines Helden, die Kraft eines Löwen und die Reinheit eines Lotus zu erfahren.

*Die acht Stufen des Yogaweges sind Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyanam und Samadhi.

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