Blog

Auf Schubladisierungen zu verzichten gelingt uns selbst dann nicht, wenn wir sichtlich bemüht sind, unser Miteinander und unsere Welt ein Stück weit besser zu gestalten.

Wer spirituell interessiert ist, gilt als esoterisch, abergläubisch und von Räucherstäbchen benebelt. Wer ökologisch lebt, wird als Bäume umarmender Naivling abgestempelt und wer sich für karitative Projekte einsetzt, gilt als fanatischer Aktivist. Es geht gar nicht anders, wir landen ununterbrochen in einer Schublade und müssen immer mit dem einen oder anderen Stempel leben. Ohne Zuschreibungen können wir uns zwischenmenschlich nicht so recht orientieren und wissen nicht, woran wir sind. Wir schaffen Kategorien – für uns selbst und für andere auf Kosten der charakterlichen Vielfalt und geistigen Freiheit. Die Liste ist dabei lang. So wird der einstige Weltverbesserer, sofern er sich selbst etwas gönnt und ein klein wenig Luxus genießt, bald zum Mittelklasse-Snob, oberflächlichen Bobo, künstlerisch angehauchten, aber doch materialistischen Hipster und wie sie alle heißen. Das ist die Natur des Menschen. Wir schränken uns lieber ein, als Klischees fallen zu lassen. Zu unerträglich scheint es, einander jeden Tag neu zu begegnen.

Kommentar schreiben

Verwandte Artikel