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Ein meditativ anmutender Film, der bewusst auf spektakuläre visuelle Effekte verzichtet, um die Grenzen zwischen astraler Parallelwelt und Alltagsleben mit einer bodenständigen Nüchternheit aufzulösen.

Völlig reizüberflutet verlasse ich mitunter die Kinosäle. Diese Erfahrung ist bei ‚Cemetery of Splendour‘ nicht zu erwarten. Stille Bilder, scheinbar banale Momente und ein derart selbstverständlicher und natürlicher Umgang des Regisseurs mit Traum und Wirklichkeit, dass mir am Ende erschien, als sei es gar nicht anders möglich.

Der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul verzichtet auf jegliche Special Effects und bedient sich keiner Science-Fiction-Klischees. Materielles Dasein und sphärischer Traum fügen sich symbiotisch in die Lebenswelt der Protagonisten ein. Kontemplative Bilder erlauben es, mögliche Anspielungen auf die thailändische Regierung zu erahnen.

Weerasethakul gewann bereits 2010 beim Filmfestival in Cannes für ‚Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben‘ die Goldene Palme.
In ‚Cemetery of Splendour‘ hilft ein Medium einer Pflegerin dabei, in die Traum- und Gedankenwelt eines an einer sonderbaren Schlafkrankheit leidenden Soldaten vorzudringen. Nur gelegentliche Wachphasen erlauben kurze Konversationen im üblichen Sinne und dennoch entsteht eine berührende Verbindung, wie ich sie nicht erwartet hätte.
Ein meditativ-astrales Filmerlebnis, das ihr nicht versäumen solltet.


Seit kurzer Zeit in den deutschen Kinos und ab Freitag, 22. Januar 2016, auch in Österreich zu sehen.

 

Alle Bilder © Rapid Eye Movies

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