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Die Rechte Rede versteht sich als Teilaspekt des Edlen Achtfachen Pfads, also des Weges, den Buddhisten sich vornehmen zu beschreiten.

Sehr einfach formuliert geht es in der Rechten Rede um die Vermeidung von gedankenlosem Geschwätz, von beleidigenden Worten und Verleumdung. Selbstverständlich ist die Lüge nicht Bestandteil der Rechten Rede. All das ist im Palikanon nachzulesen (http://tinyurl.com/cco8s55).

So weit, so schwierig, aber was ist denn eigentlich noch gültig in unserer informierten Welt des Internets und der Smartphones? Am eigentlichen Tatbestand der Rechten Rede ändert sich natürlich nichts, da es sich ja um eine persönliche Einstellung zur Sittlichkeit handelt, die völlig unabhängig vom gewählten Kommunikationsmedium (Face-to-Face oder über ein E-Mail) ist. Spannend wird es aber allemal, wenn man sich die Langzeitwirkungen der (Rechten) Rede in den neuen sozialen Medien anschaut.Die Wirkung einer Lüge, einer Verleumdung oder Beleidigung ist im Alltag meist begrenzt, in dem Sinne, dass sie nicht viele Leute ansteckt oder betrifft. Sie bleibt eher auf den Kreis enger oder weniger enger Freunde, Bekannter oder der Familie beschränkt. In den Social Media des 21. Jahrhunderts entfesselt die Technik aber plötzlich das Potenzial, über jemanden global herziehen zu können, schlecht über ihn zu reden und Unwahrheiten zu verbreiten. Dem einzelnen Nutzer fällt es schwer nachzuprüfen, ob der Gehalt einer Mitteilung wahr oder falsch ist. Häufig ist der Inhalt des Gesagten zumindest unvollständig und führt zu einem verzerrten Bild.

Die neuen Medien ermöglichen eine Vielfalt an gezielten Desinformationen. Dazu gehören auch so beliebte Dinge wie Fake-Bewertungen von Firmen und Produkten, absichtliches schlechtes Reden über Personen (denken Sie an die vielen Lehrer-Bewertungsplattformen) oder das subtile Fertigmachen von Gleichaltrigen in sozialen Netzwerken. Das Hänseln erfolgt nicht mehr klassenintern, es ist regional geworden. Die Rechte Rede steht plötzlich im Mittelpunkt einer Gesellschaftsdebatte. Die Antworten, die es in Schulen und in Unternehmen darauf gibt, sind höchst unterschiedlich. Bullying ist strafbar geworden. Firmenchefs kontrollieren das Web auf ein mögliches Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter hin. Bibliotheken versuchen, Informationskompetenz zu vermitteln. Alle diese Maßnahmen bringen uns zu Bewusstsein, dass unsere Rede durch die neue Technologie nicht nur über eine enorme Reichweite verfügt, sondern auch für viele transparent geworden ist. Meine Rede wird aufgezeichnet und kann auf ihre Aussagen hin untersucht werden. Sie wird zu einem Spiegel der Persönlichkeit in der Vergangenheit. Das sollten wir nicht vergessen und daher achtsamer in den neuen Medien agieren!

Mark Buzinkay, Buddhist, tätig im Bereich Online-Marketing und Informationsmanagement. Publiziert in Fachblogs über Info-Dienste. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kommentare   

# Mara 2016-01-21 16:09
Ich finde es interessant wie buddhismus heutzutage immer mehr in Verbindung mit den Modernen technologien gebracht wird.
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