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Ich bin eine Pitta/Vata-dominierte Person und weil ich schon so alt bin, weit über den Wechsel hinaus, plustert sich mein Vata immer mehr auf. Ich hätte nie gedacht, dass auch ich einmal Falten und weiches, schlappes Gewebe kriegen werde, dass ich alles Mögliche vergessen und ständig unter irgendwelchen Wehwehchen zu leiden haben werde.

Plötzlich sticht’s im linken Zeh und dann im rechten Mittelfinger, im Knie und im Rücken sowieso, dann zuckt das linke Augenlid, es kehrt kurz Ruhe ein und bald geht der ganze Zirkus in umgekehrter Reihenfolge von vorne los. Mein Altersvata raunt mir zu: „Das wird nie mehr besser, jetzt fängt’s erst richtig an, der Verfall nimmt seinen Lauf, hat letzten Endes alle erwischt, und ich, dein Vata, werde immer stärker. Deine Zellen werden trocken, ich bin schließlich Wind, Luft und Raum und du kannst dir gut vorstellen, was mit deinen Organen passiert, wenn sie ihren Saft verlieren. Denk einfach an eine saftige Kalbsleber und an den trockenen Leberlappen einer alten Kuh, dann kannst du dir gut vorstellen, was passiert.“ Vielversprechende und beruhigende Hinweise! Unlängst haben wir in meiner NAyAAk-Gruppe* über diese Phänomene gesprochen und erkannt, dass die Wahrnehmung von Krankheit bei Jungen und Alten verschieden ist. Die Jungen sind einfach nur krank und wir Älteren sind krank und alt. Die meisten Älteren, mit Ausnahme einiger RebellInnen, glauben nämlich, dass das zum Älterwerden einfach dazugehört und dass, je älter wir sind, die Chance auf baldige, vollkommene Gesundung immer kleiner wird. Die berühmten Ausnahmen, ganze Inseln hundertjähriger JapanerInnen, Johannes Heesters und eine steigende Anzahl anderer, bestätigen nur diese Regel. Schließlich beschäftigt sich einer der größten Wirtschaftszweige mit der Altersforschung und dem ‚Ewigjungsein’. Auch Ayurveda spricht davon. Zwischen 100 und 120 dürfen wir uns – pumperlgsund natürlich – an einen Tisch setzen, unser feines, kleines Abschiedsmahl essen und endlich einfach aufhören zu leben.

Das Sprechen gehört zum Vata, die Luft schwingt durch den Raum. ‚Vatas’ reden gerne, viel und laut, ohne besondere Modulation, die Farbe und das Feuer bringt das Pitta hinein. Sprechen kostet viel Kraft und auf ihre Kraft müssen Vatas besonders achtgeben.

Und nun zu dem, was ich eigentlich sagen wollte. Die Kunst, mit wenigen Worten das Wesentliche auszudrücken, fällt mir als Vata-dominierter Person so schwer, dass ich beschlossen habe, eine ‚Fortsetzungskolumne’ über Vata zu schreiben und deshalb geschieht es, dass ich, einfach mitten im Satz, aufhören muss.

Bis zum nächsten Mal alles Liebe wünscht

Ihre Renata Mörth

 

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