Achtsamkeit

Die Tore zum Frieden - Zum Glück gibt es ganz viele Möglichkeiten, durch Meditation Ruhe und Frieden zu finden. Da ist zunächst das stille Innehalten im Tagesablauf.

Wenn ständig Reize auf uns einprasseln, wenn Kommunikation auf allen Kanälen läuft, dann tut es gut, kurzzeitig aus diesem Strudel auszusteigen und aufzuatmen. Atem und Körper ein paar Minuten lang bewusst zu spüren und zu entspannen. All die vielen Reize ziehen uns mal hierhin, mal dorthin. Wir fühlen uns dadurch zerrissen und überfordert und finden manchmal selbst im Schlaf keine Ruhe mehr. Wir brauchen deshalb die bewusste Abgrenzung gegen Reizüberflutung, ein freudiges Genießen von stillen Momenten, ein inneres Verweilen. Diese Übung des Innehaltens hilft auch, unsere Aufmerksamkeit zu bündeln. Allmählich wächst daraus ein sich verdichtendes, achtsames Wahrnehmen von Moment zu Moment. Das hat einen nachweislich beruhigenden Einfluss auf uns. Wenn wir uns nicht dauernd mitreißen lassen vom Für und Wider der Gedanken, wenn wir dem Sog unserer Gelüste nicht unüberlegt nachgeben, sondern entschieden bei der jeweils gewählten Aufgabe bleiben und uns in eine Sache vertiefen, dann fühlen wir uns wohl. ‚Bleiben, bleiben, bleiben‘ heißt eine Meditationsanleitung von Pema Chödrön. Bleiben bewirkt Sammlung, daraus wächst Frieden.

Die Tore zum FriedenDurch das entschiedene, zugleich ganz entspannte Zurückkehren in die Erfahrung des gegenwärtigen Moments kommen wir bei dem an, was ist. Wir erleben uns im reinen DaSein. Wenn wir einverstanden sein können, nicht kämpfen müssen, nicht im Widerstreit liegen mit dem, was wir erleben, dann erfahren wir Frieden. Achtsames Wahrnehmen führt uns mehr und mehr dahin, hellwach mit dem Jetzt zu verschmelzen. In der Meditation nennen wir das Samadhi – völlige Übereinstimmung und tiefstes Durchdringen. Seligkeit pur. Neben dem achtsamen Innehalten und der Sammlung in der Meditation öffnen auch großzügige Gefühle die Tore zum Frieden. Metta-Meditation, die Übung von vorbehaltloser, inniger Zuwendung gegenüber allen Erfahrungen, legt den Samen dafür. Vergeben und Verzeihen gehören dazu – ebenso wie Dankbarkeit. Denn wer dankbar sein kann, lässt los und kommt zur Ruhe. In unserem europäischen Lebensraum haben wir unendlich viele Gründe, dankbar zu sein. Allein durch die Geburt in unseren Breitengraden sind wir schon vom Schicksal begünstigt. Wir dürfen in Frieden leben, wir müssen nicht hungern, haben ein Dach über dem Kopf. Eine demokratische Gesellschaftsordnung schenkt uns grundlegende Freiheiten im Zusammenleben. Dankbarkeit enthält Wertschätzung und Respekt für sich selbst und andere, sehen, was an Gutem vorhanden ist, und sich daran freuen. Dankbarkeit ist Herzensnahrung und glättet die Wogen von Erregung und Unruhe. Alle Formen von Meditation führen uns – wenn auch über lange Zeiträume hinweg – zu Selbsterkenntnis und Selbstakzeptanz. Wenn es dadurch gelingt, Lebensvorstellung und Lebenswirklichkeit zunehmend in Übereinstimmung zu bringen, dann erfahren wir Frieden in unserem Dasein.

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Kommentare  
# Sarah Reimer 2019-04-30 09:44
Frieden suche ich noch
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