Achtsamkeit

Meditationslehrerin und U\W-Kolumnistin Marie Mannschatz gibt hilfreiche Tipps für ein Leben im Hier und Jetzt.

Achtsamkeits-Check:

1. Bei allem, was ich tue, versuche ich, den Boden unter meinen Füßen zu spüren.

2. Ich erinnere mich fortlaufend daran, achtsam zu sein und die Empfindungen in meinem Körper wahrzunehmen.

3. Ich kann viele unterschiedliche Gefühle/Emotionen in mir wahrnehmen.

4. Bei meinen Emotionen erkenne ich die Empfindungen, die im Körper dazugehören.

5. Ich kann meine Gedanken von Empfindungen im Körper und von Emotionen unterscheiden.

6. Ich kann hin und wieder eine oder mehrere Sinneserfahrungen im gegenwärtigen Moment wahrnehmen und sie benennen.

7. Ich erkenne und akzeptiere meine Grenzen. Ich nehme mich mit meinen Schwierigkeiten an, wie ich bin.

8. Ich kann Nein sagen, wenn ich etwas nicht möchte, und laufe nicht weg, wenn es unangenehm wird.

9. Ich erkenne bei mir Gedankenmuster, Glaubensvorstellungen, Ansichten und Vorurteile.

10. Ich vermeide es, sorgenvolle Gedanken ständig zu wiederholen. Stattdessen richte ich meine Aufmerksamkeit auf die Körperempfindungen im gegenwärtigen Moment.

11. Das Kommen und Gehen aller Erfahrungen ist mir bewusst.

8 Schritte in die Gegenwart:

1. Jede Gelegenheit zum Warten ist eine Gelegenheit zum Aufwachen!

Beim Warten nicht ins Grübeln oder in Stress verfallen, sondern ganz bewusst durch den Körper wandern. Mit aller Achtsamkeit wahrnehmen, was jetzt, während ich warte, in meinem Körper spürbar wird. Welche Emotionen, welche Gedanken können benannt werden?
Gelegenheiten zum Warten ... in öffentlichen Verkehrsmitteln ... an der roten Ampel ... Warten an der Kasse ... beim Arzt ... am Telefon ... Warten auf unpünktliche Menschen ... Warten auf den Anfang ... Warten auf das Ende ... Warten darauf, dass es weitergeht ...

2. Einen ‚inneren Wecker’ installieren

Achtsamkeit braucht immer einen kleinen inneren Ruck, ein Sicherinnern. Achtsamkeit passiert nicht von selbst. Wir können uns unterstützen, uns an Achtsamkeit zu erinnern, indem wir häufig wiederkehrende Ereignisse als ‚Wecker im Alltag’ definieren:
- immer, wenn wir über eine Türschwelle gehen
- der erste Atemzug am Morgen, der letzte vor dem Einschlafen
- das Telefonklingeln
- die rote Ampel
- jede Tasse Tee oder Kaffee, die ich trinke

Dies können Erinnerungen sein, um einen Moment innezuhalten und Achtsamkeit neu zu etablieren.

Übungen zur Vertiefung der Achtsamkeit:

3. Täglich meditieren. Teilnehmen an Achtsamkeitstagen und längeren Schweigekursen (Vipassana-Meditation), zusammen mit anderen einmal wöchentlich stilles Sitzen pflegen.

4. Kontinuität der Achtsamkeit üben. Eine Umgebung wählen, die Achtsamkeit unterstützt, und mit besonders achtsamen Menschen Kontakt suchen.

5. Bücher zur Inspiration der Achtsamkeit lesen, angrenzende Gebiete erforschen, beispielsweise Focusing, Meditation, Sensory Awareness, konzentrative Bewegungsarbeit, Qi Gong, Tai Chi.

6. Nur eine Sache zur selben Zeit tun.

7. Stille pflegen, Zeiten in der Natur, mit der Kunst, Zeit für sich alleine suchen.

 

Kommentar schreiben

Verwandte Artikel