Achtsamkeit

Für all jene, die im ersten Augenblick gar nicht so recht wissen, wofür sie eigentlich dankbar sein sollen, haben wir hier mehrere Menschen, die ,Danke' sagen möchten, lass dich von ihnen inspirieren!

 

Im Leben gibt es viel wofür wir dankbar sein sollten, doch vieles nehmen wir für selbstverständlich. In der Weihnachtszeit vergessen wir leider viel zu oft, wie gut wir es haben und wie viel wir haben wofür wir eigentlich dankbar sein sollten. Wofür bist du dankbar?
Die Weihnachtszeit ist jedes Jahr vermutlich der stressigste Teil des Jahres. Wir hetzten von Geschäft zu Geschäft, durchforsten alle möglichen Onlineshops, auf der Suche nach dem perfekten Geschenk, für Kind, Partner, Eltern Hund und Katz. Soll ich der Großmutter meines Partners auch was schenken? Wann soll ich den Christbaum kaufen? Wo bekomme ich die Sportschuhe die sich mein Sohn wünscht? Welches Essen soll ich an Heilig Abend kochen? Wann habe ich dazwischen Zeit die Geschenke zu verpacken? Kommt der Futternapf für Bello rechtzeitig an? Wird die Schwiegermutter böse sein, wenn wir sie erst nach Weihnachten besuchen? Soll ich auch Geld spenden? Oder mich gar gemeinnützig betätigen? Wird mir Ende des Monats noch Geld übrigbleiben?
Das Hier ist nur ein kleiner Auszug an Dingen die sich Personen vor der Weihnachtszeit fragen. Wir stressen uns zu sehr und konzentrieren uns zu sehr darauf was wir alles noch erledigen müssen, was wir noch kaufen müssen und wie wir die Feiertage verbringen. Doch genau in diesem Augenblick, wenn uns alles zu viel wird, sollten wir einmal Tief durchatmen und uns darauf besinnen wie gut wir es haben.

Wofür bist du dankbar?
Verena Pichler


Dankbar an Weihnachten 1

Wir machen mit den Kindern täglich abends vorm schlafen gehen ein Ritual, dass wir sagen, was uns heute gut gefallen hat und wofür wir dankbar sind. So erinnern wir uns an die guten Dinge des Tages und gehen damit in den Schlaf.
Ich selbst bin unendlich dankbar für unsere gesunden Kinder, für ihr Lachen und ihr Verständnis meiner Schwächen und Fehlbarkeit. Dankbar bin ich für mein Glück, eine wunderbare Arbeit als Arzt zu haben, die ich liebe, in einem schönen alten Haus in Forchtenstein leben zu dürfen, für meine Frau und ihr Lachen, und für all die Menschen, die ich tagtäglich kennenlernen und begleiten darf.

Liebe Grüße,
Georg Weidinger

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Dankbar an Weihnachten 2

Dankbar bin ich für vieles – auch wenn ich immer wieder darauf vergesse und in Unzufriedenheiten schlittere. Dann rufe ich mir in Erinnerung wie wunderbar viele Dinge sind – meine Liebsten, spannende Aufgaben im Beruf und mit einem gesunden Körper gesegnet zu sein. Besonders dankbar bin ich, in meinem Leben relativ früh mit Yoga und Meditation in Kontakt gekommen zu sein. Das war und ist eine Schule des Bewusstseins für mich – des Körperbewusstseins, des Bewusstseins über unterschiedlichste Gefühlsnuancen und der geistigen Selbstreflexion. Ich bin dankbar für all die Herausforderungen, die ich meistern konnte und für all jene, an denen ich ‚scheiterte’ und somit Demut lernen durfte. Und ich bin dankbar, dass mir trotz einer Affinität für intellektuelle Erkenntnisse und wissenschaftliche Erklärungen, das Leben dennoch als etwas unendlich Geheimnisvolles voller Wunder und Überraschungen widerfährt.

Katharina Kleinrath

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Dankbar an Weihnachten 3

Für den römischen Politiker und Philosophen, Cicero war „Dankbarkeit nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter aller anderen“. Insofern ist Dankbarkeit ist kein Gefühl, Dankbarkeit ist eine Haltung.
Und ich bin dankbar dafür, mit wunderbaren, interessanten und oft auch herausfordernden Menschen die vielen Facetten des Lebens kennenzulernen.

Liebe Grüße
Peter Iwaniewicz

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Dankbar an Weihnachten 4

Ich bin für so vieles dankbar, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ich bin unendlich dankbar für meinen wunderbaren Sohn, meine Familie, meine Freunde, die Erfahrungen, die ich bis jetzt habe machen dürfen, und die unzähligen Stunden in der Natur. Aber auch für schöne Musik, die Möglichkeit zu reisen und ja, klarerweise auch für meine Arbeit bei Ursache\Wirkung.
Ester Platzer

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Dankbar an Weihnachten 5

Ich bin dankbar für meinen erfüllenden Beruf. Ich bin dankbar für meine wundervolle Partnerschaft, die mir jeden Tag Geschenk ist. Ich bin dankbar für meinen fröhlichen Körper.
Ich bin dankbar für meine Herzensfreundinnen. Ich bin dankbar für meinen wachen Geist. Ich bin dankbar für die Berge. Ich bin dankbar für all die tollen Frauen. Ich bin dankbar, dass ich diese Liste ewig weiterschreiben könnte ….

Franziska Fink

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Dankbar an Weihnachten 6

Ich bin dankbar, für alles, für wirklich alles. Dieses Leben mit seinen Chancen, die unendlich vielen Wesen und Menschen, die mir dieses Leben ermöglichen, mit ihrer Arbeit, ihrer Liebe, ihrem Leben.
Dankbar für meine Lehrer-innen, die mir - was für ein unglaubliches Geschenk - in dieser Existenz die Lehre und die Übungen des Buddha gezeigt haben, dankbar für ihre Geduld und Nachsicht. Dankbar für meine Familie, die Vorfahren, die Unglaubliches geleistet haben, die Philosophen und Ingenieure, die Schriftsteller und Musiker. Dankbar bin ich meinen Eltern, meiner Frau, all den Freunden, den Schülern und besonders auch den für mich "schwierigen" Menschen und den Herausforderungen, die mich auffordern, gültige Antworten zu finden. Indem ich mich tief vor euch allen verneige, fällt alle Last von meinen Schultern ab.

Paul Köppler500mal250 dankbar durch4

Dankbar an Weihnachten 7

Dankbarkeit, die schöne Schwester der Unzufriedenheit! Dankbarkeit ist eine Tugend die in meinem Leben lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Zu selbstverständlich war all das Schöne und Gute in meinem Leben.

Die friedliche Zeit und der wunderschöne Ort an dem ich leben darf, die Selbstverständlichkeit mit der ich jederzeit zu meinem gut gefüllten Kühlschrank oder zu meinem überquellenden Kleiderschrank gehen kann, die Gedankenlosigkeit mit der ich weder meine Gesundheit noch die Menschen die ich liebe so richtig wahrgenommen habe. Meine Lieben waren da, sie waren gesund und es war mir alles so selbstverständlich, dass ich nicht einen Gedanken daran verschwendet habe, dass es auch anders sein könnte. Ich lebe in einem wunderschönen Umfeld, habe alles was ich zum Leben brauche und noch viel, viel mehr und habe es lange Zeit nicht einmal wahrgenommen, habe nicht mal gewusst, dass man so etwas wahrnehmen kann.

Ich bin ein Kinde der „immer noch schöner, immer noch größer und immer noch besser“ Zeit und so war die Unzufriedenheit eine ständige Begleiterin in meinem Leben. „Das kannst du noch besser! Da geht noch mehr! Das könnte noch schöner sein!“ So raunte sie mir in mein Ohr und trieb mich erbarmungslos weiter und immer weiter, anstatt mir zu erlauben an einem Ort der Schönheit oder des Erfolges zu verweilen und ihn dankbar zu genießen. Viele Jahre lang trieb sie mich vor sich her, bis ich gelernt habe meiner Unzufriedenheit etwas Wirkungsvolles entgegenzusetzten – meine Dankbarkeit.

Meine Beziehung zur Dankbarkeit nahm vor einigen Jahren in einer wirklich dunklen Zeit meines Lebens ihren Anfang. Mein von Erfolg und Wohlstand geprägtes Leben begann zu wanken, denn die Umbruchszeit der Lebensmitte schüttelte und rüttelte mein bis dahin wohlgeordnetes Leben völlig durcheinander. Ich hatte damals das Gefühl dass kein Stein in meinem Inneren auf dem anderen blieb und stellte einfach alles in Frage. Vom äußeren Leben des Luxus führte mich mein Weg nach Innen. Dort war es dunkel, traurig und sehr beängstigend.

In dieser für mich sehr schweren Zeit lernte ich eine Frau kennen, die für zwei Jahre zu meiner Lehrerin und Mentorin werden sollte und die ich heute voller Freude zu meinen Freundinnen zählen darf. Sie öffnete mein Herz, schärfte mein Bewusstsein, half mir meine inneren Schätze zu entdecken und legte, ohne es zu wissen, damit den Grundstein für meinen neuen Lebensabschnitt. Sie zog den Schleier der Blindheit von meinen verwöhnten Augen, öffnete meinen Blick für die vielen kleinen und großen Freuden in meinem Leben und schenkte mir den Zugang zur Dankbarkeit.

Die alltägliche Dankbarkeit ist ein Produkt des Geistes und eine Frage der Übung, der Achtsamkeit und der inneren Ausrichtung auf das Gute und Schöne, auf das Geglückte und das Wertvolle, das es in jedem Leben gibt.

In meinem Leben kenne ich zwei Formen der Dankbarkeit. Die eine möchte ich die „alltägliche Dankbarkeit“ nennen. Sie ist für mich ein Produkt des Willens und des Verstandes. Für diese hat mir meine Lehrerin die Augen geöffnet. Sie hat mir beigebracht, dass man Dankbarkeit lernen und aktiv praktizieren kann. Dass Dankbarkeit eine Frage der inneren Ausrichtung ist, eine Entscheidung worauf ich meine Aufmerksamkeit in meinem Leben richten möchte, die ich ein ums andere mal erneut treffen kann. Sie ist eine Frage der Übung, der Achtsamkeit, der Willenskraft, des Geistes und der inneren Disziplin, so wenig einladend dieses Wort auch klingen mag. Wann immer ich diese Form der Dankbarkeit praktiziere geht es mir gut, die Freude kommt in mein Leben, alles wird leichter, heller und schöner, auch wenn sich an den äußeren Gegebenheiten in meinem Leben rein gar nichts ändert – außer dem Blick mit dem ich darauf schaue.

Dankbarkeit ist ein Produkt der Herzens und ein Geschenk der Gnade.

Neben der „alltäglichen Dankbarkeit“ gibt es aber auch noch eine ganz andere Form der des Gefühls der Dankbarkeit, das wie eine große, wilde, heiße, freudestrahlende Woge immer wieder einmal mein Bewusstsein erfüllt. Diese Form der Dankbarkeit empfinde ich als eines der kostbarsten Geschenke des Lebens, das so wie die meisten Geschenke unerwartet und unvorbereitet kommt. Wie bei jedem guten Geschenk muss – ja kann – ich nur wenig dazu beitragen, dass es mir gegeben wird. Ich kann mich immer wieder bewusst auf Dankbarkeit ausrichten und mich dadurch dafür öffnen. Ich kann mich bereit machen und das Geschenk dann freudig annehmen, wenn es in mein Leben tritt, aber ich kann es willentlich nicht herbeiführen. Noch nicht.

Diese Form der Dankbarkeit ist mit nichts zu vergleichen, was ich bisher in meinem Leben erfahren habe. Sie ist ein Zustand des Fließens und Strömens von Licht und Liebe und dem Gefühl einer unglaublichen Verbundenheit mit dem Leben und allen Wesen rund um mich. Es fühlt sich an, als ob sich alle inneren Tore öffnen und alles Gute, Wahre und Schöne mich in solchen Momenten total erfasst. Ich diesen Momenten fühle ich bis in meine tiefsten Zellen, dass das Leben gut ist, so wie es ist. Das Schöne, genauso wie das Schwierige.

Diese Dankbarkeit ist ein Produkt der Herzens und ein Geschenk der Gnade, die ich zum ersten Mal erfahren durfte, als ich meine neugeborene Tochter im Arm hielt und ein nächstes Mal bei der Geburt meines Sohn. Immer wieder einmal stellt sich dieses Gefühl ein, wenn ich meine friedlich schlafenden Kinder beobachte, oder in manchen ganz besonderen Momenten der inneren Verbundenheit mit meinem Partner.

Das größte Geschenk der Gnade habe ich allerdings an einem Tag erhalten, als ich ganz alleine in einem Taxi fuhr. Ich war gerade von meiner Lehrerin am Weg nach Hause und saß gedankenverloren im Auto. Ohne jeden äußeren Anlass veränderte sich plötzlich etwas in mir und wie aus dem nichts heraus war es da. Dieses unbeschreibliche und völlig unvergleichbare Gefühl des inneren Strömens, der Liebe und der Dankbarkeit für mein eigenes Leben. Es war ein magischer Moment der tiefen inneren Liebe zu mir, meinem Leben mit allen Höhen und Tiefen, ja sogar zu all jenen Menschen, die mir in meinem Leben Schmerzen zugefügt hatten. Alles fühlte sich gut und richtig an, genau so wie es war. Ich fühlte mich mit allem verbunden, Teil des Ganzen, aufgehoben und eingebettet in eine wunderbare Gesamtheit und ein Gefühl von tiefstem Frieden, größter Freude und absolut grenzenloser Dankbarkeit durchflutete mich. Dieser Zustand hielt einige Stunden an bevor er langsam abebbte. Ein Geschenk aus dem Nichts!

Heute fließt meine Seele immer öfter über vor Dankbarkeit über für mein Leben, diese Frau, den Weg den sie mir damals zeigte und den Schatz den ich in meinem Leben habe. Die Juwelen meines Lebens sind vor allem die vielen wunderbaren Menschen die mich begleiten:

meine großartigen, gesunden, klugen, herzensguten, intelligenten, liebenswerten, einzigartigen Kindern,mein Mann der mich auch in schweren Zeiten unterstützt und voller Verständnis und Liebe treu an meiner Seite ist,meine strahlende, liebevolle, hilfsbereite und immer gut gelaunte Mutter, die stets mit Rat und Tat an meiner Seite stehtmeine treuen Freundinnen, die mich sowohl in meinem Seelenschmerzen unermüdlich ermutigen und zu anderen Zeiten mit mir lachen und feiernalle Menschen von denen ich lernen durfte und auch noch weiterhin lernen darfdie vielen Menschen die mir, jeder auf seine Weise und mit vielen Lektionen, geholfen haben meinen Weg zu erkennen,die großartigen Frauen, die ich heute auf ihrem eigenen Entwicklungsweg begleiten darf unddie vielen wunderbaren Menschen, mit denen ich im Rahmen meiner Arbeit bei Soul Sisters in den letzten fünf Jahren zusammenarbeiten durfte.

Ihnen allen gilt mein aller tiefster Dank, meine Liebe und meine Verbundenheit. Ihr macht mein Leben zu dem strahlenden, kleinen Paradies in dem ich jeden Tag erwachen darf! Danke!

Immer wieder einmal kommt sie noch auf Besuch, die Unzufriedenheit und möchte mir ihre Botschaft ins Ohr raunen. Dann begrüße ich sie wie eine alte Bekannte, frage sie wie es ihr geht, bitte sie weiter zu ziehen und wende mich ihrer schönen Schwester der Dankbarkeit zu.

Ich danke Verena Pichler und dem Online Magazin „Ursache und Wirkung“ für die Einladung meine Gedanken zum Thema Dankbarkeit niederzuschreiben und mit dir zu teilen.

Irine Fellner

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Dankbar an Weihnachten 8

„Die Leute sind so lästig“, sagt ein Freund von mir kürzlich bei einem Winterspaziergang in der Sonne. Und das liegt ja erwiesenermaßen auch an der Vorweihnachtszeit. Denn um Besinnlichkeit muss man im Dezember regelrecht kämpfen. Was sich per se widerspricht.

Sonne entspannt die Menschen und während wir über die Felder bummeln, ernten wir das eine oder andere Lächeln. Doch als ich mich Tage später auf der Autobahn wiederfinde, weil ich einen Geburtstagsbesuch absolviere, fällt es selbst mir spätestens bei der Heimfahrt aus dem Gesicht. Nicht nur, dass ich an der Reaktionsweise der Autofahrer den nahenden Vollmond merke – ich fühle mich beraubt. Zeit-beraubt. Und in solchen Situationen kann mein Groll durch die Autodecke schießen, obwohl ich grundsätzlich ein sehr toleranter Mensch bin.

Doch auf einer dreispurigen Autobahn verliere ich die Geduld. Weil ich daran zweifle, ob es (noch) zum Allgemeinwissen gehört, dass wir uns in weiten Teilen Europas im Rechtsverkehr fortbewegen. Was wiederum bedeutet, dass jene, die langsamer fahren wollen, sich quasi rechts außen zu befinden haben. Wer überholen möchte, tut das auf der zweiten oder dritten Spur, reiht sich dann aber wieder rechts ein. Ich merke gerade, ich habe eine i-Tüpferl-Reiter-Begabung.

Jedes Mal, wenn ich auf eine Autobahn einbiege, gehe ich davon aus, dass die Regeln des Rechtsverkehrs allen dort bekannt sind. Und werde regelmäßig eines Besseren belehrt. Denn der ‚place to be‘ ist offensichtlich die Mittelspur. Es fängt schon damit an, dass sie die Lichthupe betätigen, weil man einen gemütlichen Rechtsfahrer überholen möchte. Denn für kurze Zeit auf die freie Spur ganz links zu wechseln, stellt offenbar eine existenzielle Bedrohung dar. Dann geht es damit weiter, dass die Geschwindigkeit dieser Mittelspur-Abonnenten ja in keiner Weise dem zulässigen Höchstwert entspricht. Das bedeutet, man muss auch sie irgendwann einmal überholen, will man zügig vorankommen. Doch in Zeiten, wo sich viele Menschen nicht nur im Leben, sondern auch auf der Autobahn auf der Überholspur bewegen, sind Plätze dort ziemlich umkämpft. Und ich muss bremsen. Und warten. Und am Menschenverstand zweifeln. Das raubt mir Zeit und Nerven. Und nicht selten büchse ich dann nach rechts aus und werfen den Hemmschuhen einen vernichtenden Blick zu. Den sie meist gar nicht wahrnehmen, weil sie wie in Trance vor sich hinstarren und offenbar ein Inselleben führen. Mitten auf der Autobahn.

In über zwei Stunden Fahrt kommt da einiges zusammen an Verzweiflung, Rohrspatzengeschimpfe und Aggression. Daheim angekommen, bin ich fertig mit der Welt und rolle mit den Augen, weil ich am nächsten Tag auch noch zum Zahnarzt muss. Ich leide mich also durch die Nacht und finde mich in liegender Position in seiner Praxis wieder. Ein Blick in sein Gesicht sagt mir, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Nicht mit meinen Zähnen, sondern mit ihm. Er erzählt mir, dass vor drei Wochen seine Tochter gestorben ist.

Mit einem Schlag ist er weg, dieser Groll über die Mittelspurfahrer, den Zeitraub, das Selbstmitleid. Die Verhältnismäßigkeit ist wieder hergestellt, die Prioritäten zurechtgeschüttelt. Die Tränen steigen auf, weil ich an ‚mein‘ Geburtstagskind im selben Alter denken muss, von dem ich weiß, dass es ihm gut geht. Dass er da ist. Und die Worte versiegen ob dieses Schmerzes in den Augen meines Zahnarztes. Jetzt wieder.

 

Claudia Dabringer

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Dankbar an Weihnachten 9

Es gibt unzählig viele Menschen, denen ich dankbar bin:
Ich verbeuge mich tief vor euch.

Tineke Osterloh

Kommentare  
# Susan Rosky 2016-12-25 21:23
Danke für Lebenszeit gesundheit glauben frieden im.herzen familie sauberes wasser das ich friedlich in meinem herzen bin egal welche situation gerade in meinem leben an meine türe klopft

Ich wünsche euch allen da drausen noch eine friedliche besinnliche schöne weinachtszeit
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