Achtsamkeit

Als ich dieses Lebensmotto der amerikanische Quäker zum ersten Mal gelesen habe, traf es mich mitten ins Herz. Könnte man das, was wir uns wünschen, besser auf den Punkt bringen? Hier wird mit minimalem Wortaufwand das Größtmögliche geklärt: Glücklich sein möchten wir alle.

Angst und Befürchtungen trennen uns von der Verwirklichung unserer Lebensträume. Und die Schwierigkeiten ...?

Nun, alle Lebenskunst, alle Weisheit und Perfektion, was immer wir vollbringen, nichts wird uns davor bewahren, in Schwierigkeiten zu geraten. Ist das nicht beruhigend?
Ich schließe daraus: Besser keinen Widerstand gegen die Schwierigkeiten entwickeln und sie als das Salz in der Suppe akzeptieren.

Was bei den Quäkern Schwierigkeiten genannt wird, bezeichnet der Buddhismus als Dukkha, häufig übersetzt mit dem Begriff ‚Leiden‘. Dukkha ist die alltägliche Unvollkommenheit, der Sand im Getriebe des Lebens, all diese kleinen und großen Widrigkeiten, die uns in die Quere kommen und unser grenzenloses Glück verhindern. Wenn wir uns gegen die Schwierigkeiten auflehnen, wenn wir denken, das Leben meint es nicht gut mit uns und es sollte anders verlaufen, dann leiden wir.

Was uns guttut, bewerten wir positiv, was uns wehtut, negativ. Unsere Reaktion auf negative Bewertung ist Widerstand: Das will ich nicht haben, das soll weggehen.
Mentales Achtsamkeitstraining kann diese gewohnheitsmäßigen Abläufe in unserem Denken und Handeln unterbrechen. Wir können üben, unsere abwehrenden Reaktionen auf unangenehme Erfahrungen herauszufiltern. Wir lernen zu unterscheiden zwischen den unabänderlichen alltäglichen Schwierigkeiten und der eigenen inneren Auflehnung dagegen. Es wird uns bald deutlich, dass wir durch Aversion und inneren Widerstand unsere eigene Bedrängnis schaffen.

500mal250Grenzenlosgluecklich

Ich spüre, dass meine Grenze erreicht ist, wenn etwas in mir starr wird und sich gegen den Fluss der Ereignisse stemmt. Dann brauche ich ein Innehalten, um keine unnötigen Verwicklungen in die Welt zu setzen. Ich trete innerlich einen Schritt zurück und atme erst einmal tief durch. Die Schwierigkeiten sind, wie sie sind. Meine Antwort darauf bleibt mir überlassen. Schimpfe ich allein im Stillen vor mich hin: „Ich sehe das nicht ein. Es macht mich noch wahnsinnig. Warum muss das gerade mir passieren?“ Oder suche ich die Gesellschaft von anderen, mit denen ich mich zusammen aufregen kann: „Stell dir vor ... du wirst es nicht glauben ...!“ Oder kann ich akzeptieren, was geschieht, loslassen, Raum geben, Entwicklung erlauben, die nicht meiner Kontrolle unterliegt? Der alltägliche Stress, die Nervosität und Feindseligkeit werden entwaffnet durch vertrauensvolles Annehmen der Schwierigkeiten und ein entspanntes Loslassen des Widerstands. Entspannung beginnt im Körper und löst auch das Denken. Vertrauen hebelt die Angst aus. Es darf sein, was ist. So entsteht freier Raum, in dem sich Glücklichsein verwurzeln kann.

Kommentare   

# Markus Kellner 2016-05-09 15:39
Wirklich schöner Beitrag!
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# Samir 2017-11-29 14:23
Habe den Beitrag erst jetzt entdeckt und kann nur zustimmen!!
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